Wer nicht die Flüge nach Griechenland wählen möchte, sei es, weil das eigene Fahrzeug erwünscht oder sogar nötig ist, oder weil einfach zu viel Gepäck mit soll – also üblicherweise Camper, Surfer oder Biker – der kann entweder über Land nach Griechenland gelangen, oder mit den zahlreichen Fähren von Italien nach Griechenland übersetzen. Am Landweg […]

Wer nicht die Flüge nach Griechenland wählen möchte, sei es, weil das eigene Fahrzeug erwünscht oder sogar nötig ist, oder weil einfach zu viel Gepäck mit soll – also üblicherweise Camper, Surfer oder Biker :-) – der kann entweder über Land nach Griechenland gelangen, oder mit den zahlreichen Fähren von Italien nach Griechenland übersetzen.

Am Landweg kann man den Vorlieben entsprechend aus verschiedenen Routen wählen. Wer Zeit hat will vielleicht der Adriaküste entlang, mit mehreren Zwischenhalten im ehemaligen Jugoslawien, nach Griechenland fahren. Oder wer’s eiliger hat, der kann die klassischen Expressrouten über den Autoput nehmen. Zur Planung der Route kann ich den Routenplaner von ViaMichelin empfehlen.

Wer sich aber gegen den Landweg und für eine Fähre von Italien nach Griechenland entscheidet, der steht schon wieder vor der Qual der Wahl: Von wo in Italien soll es denn losgehen? Und mit welcher Fährgesellschaft ist’s wohl am besten?

Um diese Qual der Wahl etwas zu erleichtern sei hier einmal ein kleiner Überblick über Abfahrtshäfen und Fährgesellschaft gegeben:

Die Zeiten in denen alle Österreicher bequem ab Trieste nach Griechenland übersetzen konnten sind leider vorbei. Die Fährgesellschaft Anek Lines, die ab Trieste ihre Dienste angeboten hat, hat ihre Services nach Venedig übersiedelt, und Trieste ist damit als Abfahrtshafen ausgefallen.

Ab Venedig kann man zwischen den Fährgesellschaften Anek Lines und Minoan Lines wählen. Beide Gesellschaften betreiben mehrmals je Woche, Sommer wie Winter, Fähren nach Griechenland und zurück. Alle Fähren legen dabei in Griechenland in Igoumentisa am griechischen Festland, in Kerkyra auf Korfu und in Patras auf dem Peloponnes an. In der Vorsaison ist bei beiden Gesellschaften das bei Campern beliebte Camping an Bord (oder Camping an Deck) an, in der Hochsaison ist dies nur bei Minoan Lines möglich.

Bei Camping an Bord wird das Campingfahrzeug auf einem offenen Deck abgestellt und erhält auf Wunsch Stromanschluss. Das Benützen des Fahrzeuges zum Wohnen und Schlafen ist erlaubt, nur der Betrieb von Gasgeräten ist untersagt. Die Camping-an-Deck-Pasagiere dürfen die ganze Fähre wie alle anderen Passagiere mitbenützen. Als Gebühr fällt für die Pasagiere lediglich der günstigste Tarif, die Deckpassage an. Allerdings sollte man Camping an Deck rechtzeitig buchen, da die Plätze sehr begrenzt sind, insbesondere die ab Venedig.

Ab Ancona bieten vier verschiedene Gesellschaften ihre Dienste an. Zum einen die bereits die für Venedig erwähntent Anek Lines und Minoan Lines, und zum anderen die im Verbund fahrenden Blue Star Ferries und Superfast Ferries. Mehrmals jeden Tag verlassen also Fähren Ancona, mit Ziel nach Igoumentisa und Patras, wobei viele der Fähren direkt nach Patras fahren.

Auch ab Ancona ist Camping an Bord möglich, bei allen Fährgesellschaften und fast allen Fähren. Es ist also auch in der Hochsaison möglich ab Ancona noch kurzfristig Camping-Passagen zu erhalten. Allerdings muss man dann nehmen was man kriegt, und hat in der Regel nicht die Qual der Wahl.

Weitere Gesellschaften fahren ab Bari und ab Brindisi, allerdings sind diese Linien für mitteleuropäische Urlauber zumeist völlig uninteressant, da bei aktuellen Spritpreisen und den italienischen Autobahnmauten eine solche Passage nicht wünschenswert ist. Darum wird hier auch nicht weiter auf diese Linien eingegangen. Eine Übersicht über die Fahrpläne an Bari und Brindisi sind auf den Seiten der Greek Travel Pages zu finden.

Buchungen für alle Fähren kann man in der Regel übers Internet platzieren, und die Bestätigung oder Abssage der Überfahrt erhält man dann normalerweise zwei oder drei Wochen vor Abfahrt per Post zugeschickt. Wem diese Prozedur zu unsicher ist – es sind teils völlig ausgebuchte Fähren, oder Fähren die gar nicht mehr auf dieser Route fahren noch immer im Internet buchbar! – dem sei das nächste Reisebüro nahegelegt. Für eine geringe Gebühr erhält man meistens binnen zwei oder drei Tagen Auskunft darüber, ob die Buchung geklappt hat. Damit bleibt mehr Zeit um gegebenenfalls den Urlaub noch ein wenig umzuplanen und den Fährgegebenheiten anzupassen.

Und zum Schluss jetzt ein paar Tipps für Reisende mit Fähren:

  • Daheim schon ein Blatt ausdrucken, auf dem der Zielhafen und die Fährgesellschaft groß zu Lesen stehen. Damit weiß das Personal im Hafen gleich Bescheid, und kann einen in die richtige Warteschlange der Fahrzeuge einweisen.
  • Außreichend Proviant, Snacks und Getränke, mitnehmen. All das schlägt auf der Fähre reichlich überdurchschnittlich zu Buche, und man kann auf diese Art einiges an Geld sparen.
  • Wer an Deck nächtigen will, und sich nicht zu den Frühaufstehern zählt, der sollte sich auf der Fahrt von Italien nach Griechenland ein Plätzchen auf der Steuerbordseite – also rechts :-) – der Fähre suchen. Auf der Fahrt von Griechenland nach Italien ist es dann die Backbordseite. Warum? Die Sonne geht im Osten auf, und man hat es damit länger dunkel und kühl…
  • Wenn möglich sollte man sich ein Plätzchen vor den Schornsteinen der Fähre suchen. Bei ungünstiger Wetterlage kann es die Abgase nach unten drücken, und man wacht nach der Nacht auf, als hätte man als Nichtraucher zwei Schachteln Zigaretten geraucht.


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