Nacktheit hat in Griechenland lange Tradition. Erst mit dem Eintreffen des Christentums im frühen 4. Jahrhundert gilt das Nacktsein in Griechenland als verpönt.

Das Wort "Gymnasium" kommt ja aus dem Griechischen (γυμνάσιον, Gymnásion). Und gemeinhin wird es mit "Ort der körperlichen und geistigen Ertüchtigung für die Jugend" übersetzt. Was in unseren Breiten bei der Wortdeutung nicht dazugesagt wird, ist, dass gymnos (γυμνός) im Griechischen nichts anderes als nacktbedeutet.

Da sich die Seite zum Nacktbaden und Oben Ohne hier auf kafenio.eu regster Beliebtheit erfreut – die meisten Page-Hits von Google kommend treffen auf diese Seite… :-) – möchte ich hier einmal auf die geschichtlichen Aspekte der Nacktheit in Griechenland eingehen. Anscheindend interessiert das fast alle Welt mehr, als alle anderen Inhalte zusammen.

Wie ja vielen bekannt sein dürfte, hat Nacktheit in Griechenland lange Tradition. Zumindest hat die Nacktheit lange Tradition gehabt, da seit dem Eintreffen des Christentums im frühen 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung auch in Griechenland die Moralvorstellungen kräftig verrückt worden sind. Und da Griechenland im europäischen Schnitt noch als sehr religiöses Land gelten kann, ist die Nacktheit dort auch tatsächlich noch problematischer zu sehen als anderswo. Aber näheres zum Umgang mit der Nacktheit im Griechenland der Gegenwart ist auf der Seite “Nacktbaden und Oben Ohne” zu lesen.

Das Wort “Gymnasium” kommt ja aus dem Griechischen (γυμνάσιον, Gymnásion). Und gemeinhin wird es mit “Ort der körperlichen und geistigen Ertüchtigung für die Jugend” übersetzt. Was in unseren Breiten bei der Wortdeutung nicht dazugesagt wird, ist, dass gymnos (γυμνός) im Griechischen nichts anderes als nacktbedeutet.

Tatsächlich wurde in den antiken griechischen Gymnasien die körperliche und geistige Ertüchtigung der ausschliesslich männlichen Jugend praktiziert. Dabei ist aber ganz klar die körperliche Ertüchtigung im Vordergrund gestanden, die geistige Ertüchtigung war sekundär. Und dabei wurde, wie es schon der Name der Einrichtung besagt, ausnahmslos nackt trainiert. Auch das Wort Gymnastik kommt vom gleichen Wortstamm, und leitet sich von gymnázomai (γυμνάζομαι) ab, was so viel bedeutet wie “mit nacktem Körper turnen”.

Selbstverständlich wurden auch die antiken Olympischen Spiele von nackten Athleten bestritten. In den USA gibt es sogar Verreine, deren Ziel es ist, die olympischen Wettkämpfe wieder von nackten Athleten bestreiten zu lassen. Da ja jetzt – im Gegensatz zu den antiken Olympischen Spielen – auch Frauen bei den Wettkämpfen zugelassen sind, könnte die ganze Bevölkerung dadurch etwas zum Schauen haben… :-)

Alle die im Geschichtsunterricht aufgepasst haben, werden sich auch noch daran erinnern, dass in Griechenland ja auch Knabenliebe, oder auch Pädasterie genannt, praktiziert wurde. Obwohl einge wenige Landstriche diese Praxis ablehnten, war die Pädasterie doch weit verbreitet: Ein erwachsener griechischer Mann der etwas auf sich hielt, hat sich einen Eromenos (=”der geliebt wird” bzw. “Geliebter”) gesucht. Dabei war der jugendlicher Geliebte eben im Normlfall ein Knabe im Alter von der frühen Pubertät bis hin zum jungen Erwachsenenalter.

Und einen süssen Knaben konnten die Griechen am leichtesten auswählen, wo diese Knaben in grösseren Mengen versammelt nackt turnten, also im Gymnasium.

Die Knabenliebe war im alten Griecheland aber kein reiner Akt des Missbrauchs. Üblicherweise erwuchsen dadurch Freundschaften, die ein Leben lang währten. Und der Ältere der Paare hat dem Jüngeren dann als Mentor geholfen, und hat soziale Kontakte für ihn hergestellt, und ihn auch in allen sonstigen Belangen im späteren Weiterkommen unterstützt.

Frauen und Männer waren im übrigen bis zur Heirat im antiken Griechenland recht streng getrennt. Und da Frauen im alten Griechenland noch von den Männern unterdrückt waren, ist ausser den Überlieferungen der Schriftsellerin Sappho von Lesbos nicht überliefert, was die Frauen untereinander, von den Männern inspiriert, wohl so getan haben.


Doch zurück zum Nacktbaden, und zum Oben Ohne sonnen am Strand. Wie bereits auf der Seite “Nacktbaden und Oben Ohne” beschrieben, kann es in Griechenland ob der oft noch sehr strengen Religiosität der Bevölkerung für Anhänger des Nacktbadens noch zu Problemen kommen. Es wird hier an dieser Stelle ausdrücklich darum gebeten, die Anliegen und Erwartungen der Einheimischen zu respektieren. Die traditionellen Griechen sind, wenn man sie respektiert und höflich behandelt, ein ungemein liebswürdiges und humorvolles Volk, aber sie sind eben sehr traditionell und sehr religös geprägt.

Die modernen, zumeist jungen Griechen hingegen sind dem Thema Nacktheit gegenüber vollkommen aufgschlossen, und werden genau wie die Dorfjugend hierzulande jederzeit gerne zum Gaffen an die Nacktbadestrände kommen. Um für solche Situationen gewappnet zu sein sollte man sich folgendes Vokabel gut einprägen: maláka (μαλάκα). Das bedeutet “Wichser”, und ist wegen der noch traditionelleren Ausrichtung Griechenlands ein schäferes Schimpfwort als hierzulande… :-)



2 Responses to “Freikörperkultur in Griechenland: Nacktbaden und Oben Ohne”

  1. Florian says:


    Dazu gehört eine anständige Galerie… Die Erastes-Eromenos Erzählung in Bilder,im Rahmen der Geschichte, auf eine Niederländische Website:
    http://www.veltmaete.nl/ho-pais-kalos/

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