Die Geschichte Kretas Jungsteinzeit Die ersten Besiedlungsspuren auf Kreta stammen aus der Zeit von vor 8.000 bis 9.000 Jahren. Zu dieser Zeit, dem Neolithikum, oder auch Jungsteinzeit genannt, sind überall, so auch auf Kreta die Menschen dazu übergegangen Ackerbau und Viehzucht zu beteiben, und nicht mehr wie zuvor als Jäger und Sammler zuleben. Durch Ackerbau […]

Die Geschichte Kretas

Jungsteinzeit

Die ersten Besiedlungsspuren auf Kreta stammen aus der Zeit von vor 8.000 bis 9.000 Jahren. Zu dieser Zeit, dem Neolithikum, oder auch Jungsteinzeit genannt, sind überall, so auch auf Kreta die Menschen dazu übergegangen Ackerbau und Viehzucht zu beteiben, und nicht mehr wie zuvor als Jäger und Sammler zuleben.

Durch Ackerbau und Viehzucht schuf der Mensch die Voraussetzung für ein verstärktes Bevölkerungswachstum. Statt umherzuziehen lebten die Menschen in Dorfgemeinschaften, und solche ersten frühen Bauten sind auch die ersten Belege für menschliche Besiedelung auf Kreta.

Minoische Kultur

Vor ca. 5000 Jahren begann dann die kretische Bronzezeit, und mit ihr entwickelte sich auf Kreta die erste Hochkultur Europas: die Minoische Kultur.

Die Minoische Kultur wird zeitlich in mehrere Phasen eingeteilt. Da wäre zuerst die so genannte Vorpalastzeit, die von ungefähr 3100 v.Chr. bis 2000 v.Chr. datier wird. In dieser Epoche nimmt die Besiedlung Kretas zunächst stetig zu, die Menschen leben in kleinen Dörfern und Familienverbunden von meist 25 bis 50 Personen. Gegen Ende der Vorpalastzeit nimmt die Besiedlung jedoch wieder rapide ab. Die Gründe dafür sind der spärlichen Funde aus dieser Zeit wegen nicht bekannt.

Es folgt die Altpalastzeit, von 2000 v.Chr. bis 1700 v.Chr. Die Bevölkerungsdichte nimmt wieder rapide zu, die ersten Paläste als Wohnsitze der Adeligen und Herrscher, sowie als Warenumschlagplätze entstehen. Auf der ganzen Insel entstehen erstmals Städte mit beachtlichen Trinkwasser- und Abwassersystemen. Im 17. Jahrhundert v. Chr werden die Paläste durch ein Erdbeben zerstört, aber schnell wieder aufgebaut.

Ab 1700 v.Chr. bis 1400 v.Chr. folgt die Neupalastzeit. Die Paläste werden nach dem Erdbeben neu aufgebaut, insbesondere Knossos wird dabei stark erweitert. Der Palast von Phaistos wird hingegen verkleinert. Weitere Paläste sind aus Malia, Galatas und Kato Zakros bekannt.

Ab 1430 v.Chr. sind auf ganz kreta Spuren von Brandschatzungen und Zerstörungen nachweisbar. Zu dieserZeit hatte die Eroberung Kretas durch die mykenischen Griechen begonnen. Die Paläste und alle dazueghörigen Anlagen wurden zerstört.

Lediglich Knossos bestand bis ca. 1375 v. Chr. fort, offenbar als Sitz eines mykenischen Herrschers. Andere Forscher legen Ergebnisse vor, wonach Knossos bis 1200 v.Chr. auch weiterhin ein blühendes Handelszentrum gewesen sein. Echte Beweise fehlen hier allerdings.

Die Nachpalastzeit wird also auf die Zeit von 1400 v.Chr. bis 1100 v.Chr. eingegrenzt. Die minoische Kultur besteht weiter, wird aber jetzt von mykenischen Herrschern regiert, und ist damit Teil des Mykenischen Reiches.

Während vorher die minoische Kultur die mykenische Kultur stark beeinflusst und vermutlich die Peloponnes erobert hat, verschmilzt nun Mykenisches und Minoisches. Allerdings bleiben auf Kreta typisch minoische Elemente bis zum Ende der Periode erhalten

Die weitverbreitete Theorie, dass der Ausbruch des Vulkans auf Santorin mit einer gewaltigen Flutwelle, den Untergang der minoische Kultur herbeigeführt hat, gilt heute als widerlegt. Der Vulkanausbruch soll 1630 v.Chr stattgefunden haben, wobei die verschiedenen historischen Quellen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen sich gegenseitig um teils bis 100 Jahre widersprechen.

Auf alle Fälle jedoch hat der Ausbruch den Vulkans, und damit auch die verheerende Flutwelle 100 bis 200 Jahre vor der Hochblüte des Minoischen Reiches stattgefunden. Weitere mögliche Gründe für den Untergang des Minoischen Reiches sind schwere Erdbeben, der Wegfall von Absatzmärkten für kretische Produkte oder innere Unruhen. Gesichert ist, dass schließlich achäische Herrscher den Palast in Knossós übernahmen. Dabei kommt nur eine militärische Eroberung in Betracht.

Griechen, Römer und Byzantiner

In klassischer griechischen Zeit lag Kreta dann am Rand des griechischen Kulturraums, es galt als “Insel der 100 Poleis“, also Stadtstaaten.

Während des Hellenismus, als dem Regierungsantritt Alexanders des Großen von Makedonien 336 v. Chr. bis zur Einverleibung Ägyptens, des letzten hellenistischen Reiches, in das Römische Reich 30 v. Chr., gewann Kreta wieder an strategischer Bedeutung. Der Wohlstand und die Bevölkerungsdichte nahm abermals zu.

Ab 67 v.Chr. bis 395 n.Chr herrschten die Römer über Kreta, das zu dieser Zeit römische Provinz war. Die von 395 bis 1204 währende byzantinische Epoche wurde nur 824 bis 960 durch Besetzung durch die Sarazenen unterbrochen. Nach dem Vierten Kreuzzug und der Eroberung Konstantinopels fiel Kreta an die Republik Venedig. 1645 eroberten die Türken die Insel und verleibten sie dem Osmanischen Reich ein. Zahlreiche Aufstände der Bevölkerung im 19. Jahrhundert gegen die Besatzer wurden blutig niedergeschlagen.

Ab dem 19. Jahrundert

1898 erzwang die Intervention Frankreichs, Russlands und des Vereinigten Königreichs eine fast vollständige Autonomie Kretas unter der Oberhoheit der Hohen Pforte. Durch den Vertrag von London von 1913 wurde Kreta schließlich Teil des griechischen Staates, durch den im Vertrag von Lausanne 1923 vereinbarten umfassenden Bevölkerungsaustausch mussten rund 50.000 Türken die Insel verlassen, viele Griechen aus Kleinasien siedelten in Kreta.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde die an strategisch wichtiger Position gelegene Insel Kreta im Mai 1941 mit der Luftlandeschlacht um Kreta von der deutschen Wehrmacht erobert und bis 1945 besetzt gehalten. Massenerschießungen und andere Repressalien der Besatzer gegen die Bevölkerung erhöhten die Bereitschaft der Kreter zum Widerstand gegen die Wehrmacht. Der Partisanenkrieg der politisch unterschiedlich positionierten Widerstandsbewegungen gegen die deutsche Besatzung ging ab 1946 fast nahtlos in den Griechischen Bürgerkrieg über.


Das Inhaltsverzeichnis des Kreta Reports:


Die beste Literatur und die besten Reiseführer zu Kreta:


Leave a Reply

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*


Valid XHTML 1.0 Transitional Valid CSS!