Wie plant am besten seinen Griechenlandurlaub, wenn man mit der Fähre von Italien nach Griechenland übersetzen will? Hier gibt es die Antwort darauf...

Zunächst einmal sollte man sich im Klaren darüber sein, was man eigentlich haben möchte. Oft beginnen die Menschen erst damit, Abstriche zu machen, weil sie nicht klar wissen wie das alles funktionieren wird. Und dann ergibt sich ein Kompromissurlaub, der gar nicht sein müsste.

Griechenland wäre zwar super, aber ich bin lieber mit dem eigenen Auto/Wohnwagen/Wohnmobil/Motorrad/Fahrrad unterwegs, und da ist mir das dann doch zu unsicher/aufwändig/teuer.

So lauten vermutlich die Vorurteile vieler Mitteleuropäer. Und eigentlich sollte ich darüber froh sein, bleiben doch all diese Menschen lieber in Mitteleuropa, und überlassen somit Griechenland mir allein… 😀

Es hat sich aber ergeben, dass schon mehrmals Leute per E-Mail angefragt haben, wie denn eine solche Planung am besten zu bewerkstelligen sei, und welches Risiko generell mit dieser Art des Urlaubens besteht. Und deshalb möchte ich mich hiermit öffentlich zum Thema “Leitfaden zur Planung eines Griechenland-Urlaubs mit der Fähre” äußern.

Da ich ja nicht nur Griechenland-Fan bin, sondern im Alltag auch Projektleiter, ist die hier präsentierte Sicht der Planung natürlich die Sichtweise eines Projektleiters. Aber warum sollte die oft wichtigste Zeit des Jahres, der Urlaub, nicht genauso gründlich geplant werden können, wie eben ein Projekt auch?

Analyse

Zunächst einmal sollte man sich im Klaren darüber sein, was man eigentlich haben möchte. Oft beginnen die Menschen erst damit, Abstriche zu machen, weil sie nicht klar wissen wie das alles funktionieren wird. Und dann ergibt sich ein Kompromissurlaub, der gar nicht sein müsste.

Deshalb hier Merksatz #1 für den Leitfaden der Planung eines Griechenland-Urlaubs mit der Fähre:
Mit der Fähre kommt man überall hin, mit dem Flugzeug nur in die erweiterte Umgebung der internationalen Flughäfen.

Mit der Fähre und dann entweder dem eigenen Fahrzeug oder dem öffentlichen Verkehr kommt man in Griechenland tatsächlich überall hin. Auf eine bestimmte Insel zu wollen, und dann wegen der Fähre nicht dorthin zu fahren, muss fast als grob fahrlässig gelten… :-)


Merksatz #2
Die Fähre ist langsamer als ein Flugzeug.

Was mit dem Flugzeug in drei Stunden geht – naja, inklusive Transfer zum Flughafen und vom Flughafen wohl eher acht bis neun Stunden – kann mit der Fähre schon mal gut und gerne drei Tage dauern. Die Fähre ist nun mal langsamer als ein Flugzeug, aber man muss dafür nicht still sitzen, und hat auch ansonsten viel zu sehen. Und der Reisestress ist auch nicht zu vergleichen.

Aber die nötige Zeit muss einfach vorhanden sein, sonst zahlt sich der Urlaub per Fähre wirklich nicht aus. Bei zwei Wochen Zeit zur Verfügung wäre es Humbug zweimal drei Tage zu reisen. Für zwei Wochen kann man den Peloponnes anpeilen, damit ist man zweimal anderthalb Tage unterwegs, was gerade noch als zumutbare Reisedauer durchgehen mag.

Planung

Man weiß jetzt also, wo man hin will. Und man hat sichergestellt, dass zumindest zwei, besser aber drei oder mehr Wochen für den Urlaub zur Verfügung stehen. Damit kann also die Planung richtig los gehen.

Als allererstes sucht man am besten alle Fährverbindungen von Italien nach Griechenland im in Frage kommenden Zeitraum. Das klingt schwierig, ist aber ganz einfach: Auf den Greek Travel Pages sind die Fahrpläne so gut wie aller Fähren von und nach Griechenland, sowie innerhalb Griechenlands, verzeichnet. Für den ersten Schritt also auf den Greek Travel Pages die Int’l routes öffnen, und ab dem ersten Urlaubstag die Fähren von Italien nach Griechenland anzeigen lassen. Wichtig dabei ist, das Häkchen bei “Show around this date” zu setzen.

Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass man zwei Stunden vor Abfahrt der Fähre beim Check-In sein muss (Camping An Deck drei Stunden), lässt sich mit Hilfe der im Internet verfügbaren Routenplaner (z.B. Via Michelin) leicht herausfinden, welche der Fähren bequem direkt erreichbar sind.


Der nächste Schritt ist zu analysieren, was man dann in Griechenland tun will/soll/muss. Die angegebenen Ankunftszeiten der Fähren bezeichnen immer das Erreichen des Hafenbereiches des Zielhafens. Das Schiff muss dann noch festmachen, und die Fahrzeuge müssen noch entladen werden. Erfahrungsgemäß dauert das meist zwischen weiteren 30 und 45 Minuten, wer also genügend Bufferzeit einplanen will addiert am besten einfach zwei Stunden, da ja auch die Fähre etwas verspätet sein kann.

Manche Fähren entlassen einen dann sehr früh morgens in Griechenland, andere am Nachmittag, und wieder andere spät abends. Welche der Ankunftszeiten für einen günstig ist, hängt vollkommen davon ab, wohin man weiter kommen möchte.


Was ist also zu tun, wenn man dann in Griechenland angekommen ist. Die einen wollen vielleicht einfach nur eine möglichst nahe gelegene Übernachtungsmöglichkeit, andere haben noch ein Stück zu fahren, um in ihrem Urlaubsdomizil anzukommen, und wieder andere wollen eben weiter nach Piräus, um eine Fähre auf eine der Inseln in der Ägäis zu erwischen.

Für die Planung der Weiterreise am griechischen Festland (→ Zielhafen Igoumenitsa) oder am Peloponnes (→ Zielhafen Patras) sind wieder die Routenplaner im Internet (z.B. Via Michelin) zu empfehlen. Auch wenn das zur Verfügung stehende Kartenmaterial recht ungenau ist, so reicht es allemal für die Planung der Reisedauer aus.

Das ist also der erste Zeitpunkt, an dem eventuell mit der Planung neu begonnen werden muss, einfach weil andere Fähren viel günstigere Ankunftszeiten haben, um zu entsprechend vorgegebenen Zeiten an einem bestimmten Punkt sein zu können.


Alle die weiter nach Piräus wollen, und von dort aus mit einer nächsten Fähre auf eine der unzähligen Inseln in der Ägäis, beginnt jetzt die zweite Planungsstufe, analog zur ersten.

Wiederum erfährt man auf den Greek Travel Pages, diesmal in den Domestic Ferry Schedules, die Fahrpläne der Fähren zur Zielinsel, wiederum sucht man sich die nächste passende Passage, und analysiert was danach zu tun ist.

Gegebenenfalls stellt man fest, dass die Fähre ungünstig liegt, und man sieht sich gezwungen, zwei Schritte zurückzugehen, und mit einer anderen Fähre in der Adria, eventuell aus einem anderen italienischen Fährhafen, die Planung neu aufzurollen.

Alles in allem ist die Planung also gar nicht zu kompliziert, und wenn man es sich verkneifen kann, ständig nach allen möglichen Details zu googeln, kann das alles in 20 Minuten abgeschlossen sein.


Die Planung der Rückreise erfolgt völlig identisch zur Planung der Anreise. Und hier kann es auf abgelegenen Inseln tatsächlich dazu kommen, dass der Urlaub etwas umgeplant wird, um die Lücken der Fahrpläne in den Winkeln der Ägäis mit Besuchen in anderen griechischen Regionen aufzufüllen.

Aber das sollte definitiv als Chance statt als Bedrohung gesehen werden. Griecheland ist gross, und fast überall sehr schön und sehenswert… :-)

Risiko

Man liest doch öfter was von Flugzeugunglücken als von Fährunglücken. Und wenn, dann passiert meisten in Fernost etwas. Das Risiko für Leib und Leben ist also auf der Fährpassage äußerst gering.

Die Fähren sind allesamt mit Stabilisatoren ausgestattet, somit ist auch bei hohem Wellengang kein Schaukeln der Fähren zu erwarten. Wer also seekrank werden will, tut dies voll und ganz aus eigener Überzeugung, ist aber deswegen genauso zu bedauern… :-)

Die Fahrpläne der Fähren werden in der Regel recht genau eingehalten. Lediglich an einzelnen Sturmtagen vom späten Herbst bis zum frühren Frühjahr kann es in der Ägäis auf grund des Wellengags mal zu Verzögerungen kommen.

Die Fähren sind also ein sicheres und verlässliches Verkehrsmittel, und wer eine Kabine bucht, oder mittels Camping An Deck unterwegs ist, ist sogar bestens untergebracht.

Reisende mit Deckpassagen müssen sich selbst an Bord ein Plätzchen suchen, um dann auch dort zu schlafen. Das ganze ist übrigens nicht nur bei Jugendlichen beliebt, da man auf diese Art bei südlichem Wetter doch die ganze Zeit an der frischen Luft ist, und die Überfahrt auf diese Art viel intensiver erleben kann.

Preise

Natürlich kostet die Überfahrt etwas, insbesondere wenn man eine Kabine mitbucht. Dafür ist Griechenland aber in Hinblick auf Übernachtungen und Essen billiger als Italien, einen Teil der Tickets bekommt man also so gesehen wieder zurück. Und ansonsten hat Urlaub halt mal seinen Preis, aber die Fähre wird sicherlich eine der kleineren Spesenkategorien im Urlaubsbudget bleiben.

Zusammenfassung

Griechenland ist ein Land, das zu besuchen sich auf alle Fälle auszahlt. Wer aus welchen Gründen auch immer aufs Flugzeug verzichten möchte, hat die Möglichkeit, mit Fähren Griechenland zu erreichen. Und eine solche Fährüberfahrt ist keine Bedrohung, sondern – wie man oben sieht – leicht zu planen. Und dann hat man einmal wieder daheim nach dem Urlaub was zu erzählen… :-)


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