Die einen haben es, die anderen nicht. Es geht um ein gutes Rating bei den sogenannten Ratingagenturen.

Österreich hat ja laut Standard & Poor's das zweithöchste Rating AA+ inne, Griechenland wurde auf das schlechteste Rating C abgestuft. Die Politiker der Alpenmonarchierepublik behaupten vorbildlich zu arbeiten, die anderen, am südlichen Ende des Balkans, behaupten das auch, aber müssen eben mit anderen Vorausetzungen klarkommen.

Toy ChapelÖsterreich hat schon im Herbst 2011 begonnen ein weiteres Sparpaket zu schnüren. Den langjährigen Kritikern zum Trotz wurden die wirklich großen Reformpunkte – Verwaltungsreform, Gesundheitsreform, Ausbildungsreform, etc. – wieder nicht angepackt. Statt dessen geht es wieder einmal darum unbegründete Annahmen mit publikumswirksamen Nebeneffekten zu verknüpfen, eine kleine handvoll guter Punkte einzuarbeiten, und das ganze dann als Erkenntnis des Jahrtausends zu verkaufen. Standard&Poor’s hat diesen Erfolgen zum trotz das AAA-Rating reduziert, und zumk AA+ sogar noch den Ausblick “negativ” beschert.

So weit, so gut.

Aber das kennt man doch eigentlich, oder? So in etwa lauteten die Kritikpunkte innerhalb Griechenlands, bevor die Finanzkrise ihren international öffentlichen Ausgangspunkt nahm. Es steht also zu befürchten, dass Österreich – unbekehrbar wie bisher, unbelehrbar wie alle anderen auch – den gleichen Weg einschlagen wird, und in wenigen Jahren auch dort steht, wo Griechenland jetzt steht.

Sparpaket steht – mit vielen Fragezeichen
Um das 27,8 Milliarden schwere Sparpaket zu begründen, bemühte die Regierungsspitze nach dem Ministerrat schwergewichtige Vokabeln: Was beschlossen wurde, sei ‘alternativlos und vernünftig’, sagte Kanzler Werner Faymann. Lesen Sie mehr dazu auf kurier.at…
AA+: Warum Österreich herabgestuft wurde
Die Herabstufung durch S&P kam nur für die Politik überraschend. Die Ratingagentur vermisst ernsthafte Reformbemühungen auf europäischer, aber auch auf österreichischer Ebene. Lesen Sie mehr dazu auf diepresse.com…

Eigentlich scheint es somit nur eine Frage der Zeit, bis irgendwelche Finanzimperien auf die Idee kommen, Wetten auf den Absturz Österreichs abzuschließen. Klar wäre es vermutlich ebenso leicht z.B. das zehnmal größere Italien mittels Finanzwetten zu Fall zu bringen. Aber dann müsste der Euro-Raum sich tatsächliche Strukturreformen überlegen, und die Wetten auf deren Erfolg kann man sich getrost für später aufheben, ohne die Wettquoten dadurch zu verschlechtern.

Wo also ist – in dieser finanziellen Hinsicht – der tatsächliche Unterschied zwischen Griechenland, Österreich, und dem Rest Europas oder auch dem Rest der Welt? Her ist der eine besser, da der andere. Nur Griechenland ist um ein paar Jahre voraus. Den einen nur ein paar kleine Jährchen, den anderen vielleicht etwas mehr.

Das Kafenio schließt sich dem internationalen Wetteifer an, und wettet glatt einen Frappe darauf, dass es Österreich, oder einen anderen der “kleinen” Euro-Staaten, finanziell “erwischen” wird, bevor dieses Schicksal die Schwergewichte Italien, Spanien, oder – in Hinblick auf Wettquoten wohl erträglicher – Frankreich ereilt. Wer hält dagegen?

Kleingedrucktes: Als Österreicher behalte ich mir natürlich vor, im Falle eines nahenden österreichischen und/oder gesamteuropäischen Staatsbankrotts, die Wettschulden per Schuldenschnitt abzuschreiben. So wird das in der Hochfinanz ja wohl gemacht, oder?

2 Responses to “Rating AA+ versus C”

  1. Christoph says:


    Ein paar der kritisierten Details des österreichischen Sparpaketes:

    “Es sei unsicher, ob die Finanztransaktionssteuer tatsächlich kommt, die Abgeltungssteuer mit der Schweiz müsse erst ausgehandelt werden, und unklar sei auch, ob die Vorwegsteuereinnahmen aus der Betriebspensionskasse in voller Höhe kommen.”

    Mehr dazu unter Ein Drittel des Sparpakets unsicher?.

    Dass so etwas noch AA+ wert ist, macht mich doch sehr nachdenklich, was denn dann AAA sich alles erlauben kann.

    Vorwegsteuern aus Pensionskassen zu nehmen, und das dann leggal öffentlich als “Sparen” bezeichnen???
    Wenn meine Tochter heute schon das Taschengeld von nächster Woche ausgibt, ist zumindest dem siebenjährigen Knirps vollkommen klar, dass sie nächste Woche somit kein Taschengeld haben wird. Aber dass das eigentlich “Sparen” ist, haben wir alle bisher noch nicht begriffen…

  2. Jeremiah says:


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