Urlaub soll für die meisten die schönste Zeit des Jahres werden. Urlaub soll einen aus den ersten Anzeichen eines heutzutage fast allgegenwärtigen Burn-Outs heraus holen, und wieder einen voll entspannten und energiegeladenen Menschen machen. Urlaub soll auch die Zeit sein, in der man endlich genug Zeit für sich selbst, und natürlich für die Familie hat. […]

Urlaub soll für die meisten die schönste Zeit des Jahres werden. Urlaub soll einen aus den ersten Anzeichen eines heutzutage fast allgegenwärtigen Burn-Outs heraus holen, und wieder einen voll entspannten und energiegeladenen Menschen machen. Urlaub soll auch die Zeit sein, in der man endlich genug Zeit für sich selbst, und natürlich für die Familie hat.

Kurz gesagt: Urlaub soll das Allheilmittel gegen den Alltagsfrust sein. Eigentlich keine leichte Aufgabe. Und trotzdem planen die meisten von uns diese Zeit gar nicht. Nach der Unterschrift im Reisebüro ist klar: Flieger, Fressen, Saufen, Baden, Flieger. Ach ja, Fotos machen nicht vergessen. Und dann bis nächstes Jahr auf den Urlaub warten…

Irgendwie unbefriedigend, oder?

Mein Credo hingegen ist: Die Planung des Urlaubs ist schon das halbe Vergnügen. Naja, das ist jetzt etwas polemisch dahingesagt. Ich würde einen Urlaub in Griechenland, und das entspannte Sitzen in einem Kafenio, das Baden im azurblauen Wasser, selbstverständlich nie einfach gegen eine zweite Urlaubsplanung tauschen. Planung ist also doch nicht ganz das halbe Vergnügen. Aber es steigert die Vorfreude.

Dauer des Urlaubs

Der erste Punkt der geplant werden sollte, ist die Dauer des Urlaubs. Dass man die oben formulierten Ziele mit einer Woche Urlaub nicht erreichen kann, sollte klar sein. Was ist aber dann eine optimale Dauer für Urlaub?

Ilse Kryspin-Exner, Leiterin des Instituts für Klinische, Biologische und Differentielle Psychologie der Universität Wien, sagt dazu:

Die Urlaubsdauer hängt natürlich von Lebensalter, beruflicher Belastung und Gesundheitszustand ab. Physiologisch sind drei Wochen an einem Stück sicherlich sinnvoll, um sich zu erholen und zu regenerieren, auf diesen Zeitraum bauen ja auch viele Kuren auf. So lange braucht der Körper einfach, bis er seinen Rhythmus umgestellt hat.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, und definiere einen optimalen Urlaub als vierwöchiges Ereignis:

  • 1. Woche: Zeit für die passive Erholung, also das Schlafdefizit von Monaten ausgleichen, Stresshormone aus dem Körper kriegen, die Lebensbatterie wieder etwas aufladen.
  • 2. Woche: Zeit für aktive Erholung, also etwas für sich selbst aktiv zu tun, etwas mit der Familie unternehmen, und damit die Lebensbatterie noch mehr aufladen.
  • 3. Woche: Zeit für Reflexion, also Zeit zum analysieren: Wer bin ich? Wo stehe ich? Wo läuft es hin? Wo will ich hin? Was sind meine mir wirklich wichtigen Ziele?
  • 4. Woche: Zeit zum Planen, also die zuvor (wieder-)entdeckten Ziele in überschaubare Schritte zerlegen, die Umsetzung konkret planen, und eigene Checkpoints oder Gateways setzen, um die eigene Entwicklung überprüfen zu können. Dafür braucht es aber wirklich vorher drei Wochen, um alles loslassen zu können, und sich auf sich selbst zu besinnen.

Wenn man das verstanden hat, und sich damit auch einverstanden erklärt hat, muss man mit der Planung rechtzeitig beginnen: Wie schaufle ich mir möglichst viel zusammenhängende Zeit für einen Urlaub nächsten Sommer frei, und wie schaffe ich es, dass auch meine Familie zeitgleich Zeit hat? Das mag schwierig sein, es mag nicht jedes Jahr funktionieren, aber es ist eigentlich machbar. Wer sagt, dass das nicht geht, hat noch nicht genug darüber nachgedacht.

Urlaubsdestination

Eine völlig abstrakte Formel könnte das Urlaubsbudget ergeben:
Urlaubsbudget = Urlaubsdestination x Urlaubsdauer

Da wir die Urlaubsdauer im Abschnitt zuvor maximieren wollten, und das Urlaubsbudget vom Sparbuch vorgegeben wird, kann hier an der Urlaubsdestination noch etwas manipuliert werden.

Natürlich wären vier Wochen im 7-Sterne-Hotel in Dubai recht nett, aber die wenigsten werden das nötige Kleingeld dafür haben. Davon abgesehen muss man sich ja auch auf eine Urlaubsdestination einigen, die allen Mitgliedern der Urlaubsreise zusagt. Wer also Dubai und all den Sand der nahen Wüste nicht mag, wird sich auch im 7-Sterne-Hotel nicht auf Dauer wohl fühlen.

Zufälligerweise hat Griechenland für jedes Urlaubsbudget etwas zu bieten. Auch reiner Badeurlaub ist möglich, oder reiner Kultururlaub geht genauso. Es sind sogar Mischformen möglich… :-)
Und das so gut wie überall: Am Griechischen Festland, am Peloponnes, auf Kreta, auf den Kykladen, den anderen Inseln der Ägäis, oder auch auf den Inseln des Ionischen Meeres, wie zum Beispiel Korfu.

Nur Islandfanatiker werden wohl in Griechenland nicht das Land ihrer Träume finden, aber diese Leute haben vielleicht ja einfach noch keinen Café Frappé, ein griechisches Bier oder einen Ouzo probiert, und sind wohl auch nie auf der Platia, im Schatten der Platanen in einem Kafenio gesessen.

Die Planung

Wichtig ist, dass man klare Grenzen zieht. Zum einen im Job, den man daheim zu lassen versuchen sollte (also z.B.: jeden Montag und Mittwoch von 16 bis 17 Uhr ist das Firmenhandy ein. Sonst nicht. Basta!). Und zum anderen auch privat, für sich selbst, z.B.: Wenn es uns gar nicht gefällt brechen wir ab, oder versuchen was anderes zu finden. Wenn jemanden fad wird leihen wir ein Auto aus, und fahren einen Kaffee trinken. Wenn es regnen sollte ist Papa daran schuld.

Auch sollte geklärt werden, wer gerne was unbedingt machen will, oder bloß nicht tun mag. Wenn diese Dinge in der Planung offen ausgesprochen werden, dann gibt es keine impliziten, unausgesprochenen und daher unerfüllten Erwartungen mehr. Wer also gerne einen Mittagsschlaf machen möchte, sollte das vorher auch ankündigen, um zu vermeiden, im Urlaub dann damit von den Kindern erpresst zu werden (“Ja aber nur wenn wir dann ein Eis kriegen.”).

Wer sich gegen diese Art der Planung hartnäckig widersetzt, läuft Gefahr, schlicht den Alltagsfrust gegen Urlaubsfrust zu tauschen.


One Response to “Urlaub, Urlaub, Urlaub”

  1. Marion says:


    Ich seh das genau so, weniger als drei Wochen Urlaub bringen einfach nicht genug Erholung.

    Aber hast Du vielleicht noch ein paar Tipps und Tricks, wie man dem Chef beibringen kann, dass 3+ Wochen zu genehmigen wären?

    cu, marion

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