Christoph am 15. August 2009


Weinbau hat fast nirgends auf der Welt mehr Geschichte und Tradition als in Griechenland. Höchste Zeit also, mehr über den Weinbau in Griechenland zu erfahren.

Der Weinbau in Griechenland hat eine lange, in die Antike zurückreichende Tradition. Das insgesamt milde Klima mit ausreichend Sonnenstunden in einer gebirgigen Landschaft mit zum größten Teil kalkhaltigen und vereinzelt vulkanischen Böden schaffen die Bedingungen für den Ausbau guter Weine. Gleichzeitig profitiert der Weinanbau von der Vielfalt der Böden und der großen Anzahl an einheimischen Rebsorten, deren Potential noch nicht ausgeschöpft ist.

Weinbau in Griechenland

First CourseWas haben Menschen auch schon in Urzeiten gerne getan? Das was auch Affen oder Elefanten (guckst du hier) gerne machen: Mittels vergorener Früchte einen Rauschzustand erreichen.

Als aber Menschen schließlich Kultur entwickelt haben, haben sie nicht mehr länger darauf gewartet, irgendwo vergorene Früchte zu finden, sie haben diese Früchte angebaut, und den Gärprozess selbst in die Hand genommen. Daher auch der Name “Weinkultur“… 😀

barrelJa und wo in Europa haben sich die ersten Kulturen etabliert? In Griechenland. Wo sind also die ältesten Zeugnisse des Anbaus von Wein zu finden? Selbstverständlich auch in Griechenland. Die hier erhaltenen Zeugnisse der frühen Weinkulturen gehören sogar zu den ältesten der Welt.

Aber warum fallen den meisten Mitteleuropäern zum Thema “Griechischer Wein” befragt immer nur drei Dinge – Udo Jürgens mit “Griechischer Wein”, Samos und Retsina – ein?
Den ganzen Artikel lesen… »

Christoph am 23. June 2008


Die Menschen in Griechenland gelten als unaufdringlich und unkompliziert, aber auch als freundlich und offen. Sicher sind sie auch sehr eigenwillig.

Die Menschen in Griechenland gelten als unaufdringlich und unkompliziert, aber auch als freundlich und offen. Sicher sind sie auch sehr eigenwillig und manchmal spürt man auch ein gesundes Misstrauen gegenüber dem Fremden. Zugleich sind die überwiegend sehr religiösen Griechen, fast 98% der Griechen gehören der Griechisch-Orthodoxen Kirche an, in vielerlei Hinsicht recht konservativ. Insbesondere auf […]

Die Menschen in Griechenland gelten als unaufdringlich und unkompliziert, aber auch als freundlich und offen. Sicher sind sie auch sehr eigenwillig und manchmal spürt man auch ein gesundes Misstrauen gegenüber dem Fremden.

Zugleich sind die überwiegend sehr religiösen Griechen, fast 98% der Griechen gehören der Griechisch-Orthodoxen Kirche an, in vielerlei Hinsicht recht konservativ. Insbesondere auf viel nackte Haut reagieren doch viele aus der älteren Bevölkerung mit Befremdung und Zurückhaltung.

Man kommt in Griechenland also auch als Tourist sehr gut zurecht, wenn man sich etwas zurückhaltend gibt und den Einheimischen, auch wenn sie auf Eseln reiten, Respekt entgegen bringt. Gerade diese recht ländlich anmutende Bevölkerung kennt die schönsten Flecken der Umgebung, und weiß wo man die besten oder billigsten, oft auch beides gemeinsam, Tavernen findet.


Dazu möchte ich eine kleine Anekdote erzählen, die ich selber erlebt habe. Und zwar war ich einst, als ich noch leichter war, auf Naxos mit dem Mountainbike unterwegs. Und auf einem der kleinen Nebenwege, gerade am Beginn einer netten Steigung für ein paar hundert Meter, bin ich mit einem uralten Bauern auf seinem Esel zusammengetroffen. Und der hat dann mit seinem Esel ein Wettrennen gegen mich und mein Mountainbike begonnen. Was soll ich sagen, ich hab halt den Esel gewinnen lassen, weil mir das Tier in der Hitze so leid getan hat… 😀

Richtig Sorgen habe ich mir aber nicht um den Esel oder mich selbst gemacht, sondern um den alten Bauern, der am Esel geritten ist. Dessen Gesicht war nämlich genauso klitschnass wie ich, aber er nicht vom schwitzen, sondern von all den Tränen die er gelacht hat, über die bescheuerten Mitteleuropäer die im Sonnenschein Berge hinauf radeln.

Ich hab dann ihm dann noch eine kleine Wasserflasche geschenkt, damit er sich wieder beruhigt und ein paar Schluck trinken kann. Und damit hat er mich irgendwie ins Herz geschlossen. Auch wenn ich mit ihm, außer meinen paar Worten Griechisch, nicht viel Reden konnte, so hat er mich doch dreimal zum Essen zu sich nach Hause eingeladen, wo zum Glück sein Sohn gedolmetscht hat. Ich würde Naxos nicht halb so gut kennen, ohne die Tipps und Infos dieser Menschen…


Insbsondere die älteren Griechen freuen sich sehr, wenn man als Tourist ein paar Worte Griechisch sprechen kann. Und wenn es nur “Bitte”, “Danke” und “Entschuldigung” ist. Es ist also für alle, die etwas vom echten Griechenland sehen wollen, Pflicht erstens die Touristenpfade zu verlassen, und dannnatürlich ein paar Worte Griechisch zu lernen.

Aus dem “Kleinen Knigge” der Alex Beach Fanseite habe ich folgende Verhaltenstipps entnommen:

Begrüßung und Verabschiedung

Bis ungefähr mittags grüßen Griechen mit kali méra (guten Tag), danach mit kali spéra (= guten Abend). Unabhängig von der Tageszeit wird dagegen sowohl zur Begrüßung als auch zur Verabschiedung das Wort jásou (Singular) bzw. jássas (Plural) verwendet. Hierbei handelt es sich um jeweils zwei Worte, die jedoch wie eines ausgesprochen werden: nämlich ja (von ygía = Gesundheit) und sou (= Dein/Dir) bzw. sas (= Ihr/Euer/Euch). Mit dieser Grußfloskel wünscht man sich also nicht einen schönen Tag, sondern Gesundheit. Auf die selbe Weise, also zur Begrüßung und Verabschiedung, wird auch das Wort chérete (= wörtlich: freut Euch!) gebraucht. Das Verb im imperativen Plural kann sich sowohl an eine einzelne als aber auch an mehrere Person(en) sowie eine undefinierte Gruppe richten. Nur zur Verabschiedung dient dagegen das in jeder Beziehung neutrale adío. Schließlich gibt es im Griechischen auch ein Pendant zum deutschen “wie geht’s?” und lautet ti kánis (wörtlich: was machst Du?/wie geht es?) bzw. ti kánete (= wie geht es Euch?). Oft wird auch noch angehängt: kalá? (= gut?) oder kalá íse? (= geht es Dir gut?) bzw. kalá íste? (geht es Ihnen/Euch gut?). Die übliche Antwort darauf lautet kalá, esí? (= gut, und Dir?) bzw. kalá, esís? (gut, und Ihnen/Euch?). Sofern es sich um den Austausch förmlicher Floskeln handelt, wäre die Begrüßung damit erledigt. Es kann jedoch auch gut passieren, dass jemand auf die Frage ti kánis? mehr oder weniger umfangreich in Einzelheiten geht… :-) Der Handschlag wird ähnlich wie in Deutschland gehandhabt und wird meist, je nach der Situation, von einer der erklärten Grußformeln begleitet. Einander näherstehende Männer begrüßen/verabschieden sich oft mit Umarmung und Schulterklopfen, während Frauen mehr oder weniger angedeutete Küsse austauschen. Das den verabschiedenden Handschlag begleitende “hat mich gefreut” lautet im Griechischen chárika.

Anrede

Obwohl in dem griechischen Alltag das “Du” vorherrscht, stellt dies jedoch noch lange keinen Freibrief dar, grundsätzlich Jeden zu Duzen. Wie im Deutschen wird auch im Griechischen in allen Nuancen zwischen “Du” und “Sie” differenziert. Im Zweifelsfall ist auf jeden Fall das essís (= Sie) angebracht. Ebenso sollte auf das im volkstümlichen Umgangston oft als Anruf benutze re bzw. re, ‘si (= he/he Du) verzichtet werden; hier klingt mehr oder weniger unterschwellig bzw. auch beabsichtigt immer die Geringschätzung der auf diese Weise “titulierten” Person mit. Wer trotzdem re ruft und als Antwort réxinos (= lautmalerisch, ohne konkrete Bedeutung) vernimmt, kann sich sicher sein, dass der vulgäre Anruf übel genommen wurde… Die allgemeine förmliche persönliche Anrede lautet wie auch im Deutschen kyría (= Frau) oder kýrie (Vokativ von kýrios = Herr) plus Nachname. Im alltäglichen Sprachgebrauch ist auch Frau/Herr plus Vorname üblich, womit trotz der vertraulicheren Form immer noch eine eindeutige Distanz gewahrt bleibt. Die förmliche Anrede von Amts-, Würden- und Trägern diverser akademischer Titel lautet Frau/Herr plus Titel, wie z. B. “Frau Abgeordnete”, “Herr Bürgermeister”, “Frau Professorin”, “Herr Schiedsrichter” usw., wobei der Titel ggf. in den Vokativ gesetzt wird. Im alltäglichen Sprachgebrauch dienen auch Berufsbezeichnungen im Vokativ als Anrede: jatré (= o Arzt), dáskale (= o Lehrer), mástora (= o Meister/Techniker). Hierzu ist anzumerken, dass der im Deutschen nicht existierende Vokativ (Anredefall) mit dem altertümlich bzw. unterwürfig anmutenden “o …” nur unzureichend wiedergegeben werden kann. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass insbesondere die Jugendlichen sich unverblümt als malákka(s) (= Arschloch oder Wichser) anreden. Im entsprechenden Rahmen und Zusammenhang kann dieser Begriff als “abstrahierter Platzhalter” angesehen werden, wie beispielsweise als Bekundung burschikoser Vertraulichkeit. Im Übrigen handelt es sich aber um ein ebenso vulgäres wie zutiefst beleidigendes Schimpfwort!

Smalltalk, Unterhaltung

Griechen sind in aller Regel kontaktfreudiger als Deutsche und scheuen sich auch nicht, Gesprächspartner unverblümt “auszufragen”. Wer aber nicht unbedingt in allen Punkten Rede und Antwort stehen möchte, der darf den Spieß auch taktvoll umdrehen: Griechen erzählen üblicherweise auch gerne über sich selbst oder ggf. noch lieber über Dritte. Politische Diskussionen sind nicht unbedingt empfehlenswert, zumal die Gesprächspartner oft recht fanatisch ihre Meinung vertreten und somit für logische Argumentationen kaum empfänglich sind. Außerdem tappen Außenstehende recht leicht in thematische “Fettnäpfchen” und sehen sich dann schnell mit dem ausgeprägten kollektiven Nationalstolz der Hellenen konfrontiert. Und in diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass die Verunglimpfung nationaler Symbole jeglicher Art, insbesondere auch der Flagge, sowohl den spontanen Zorn evtl. Anwesender erregen als auch die Organe der Exekutive(!) auf den Plan rufen kann. Unterhaltungen bezüglich dem antiken Griechenland, seine Errungenschaften und kulturellen Verdienste usw. sind dagegen eher “ungefährlich”, zumal diesbezügliche Anerkennung den meisten Griechen sehr schmeichelt. In Bezug auf konkrete Fakten geraten Griechen allerdings nicht selten schnell auf Glatteis: viele Deutsche sind wesentlich besser über die Geschichte der Hellenen informiert als diese selbst.

Im Kaffeehaus

Obwohl erheblich dezimiert, gibt es sie noch immer: die traditionellen Kaffeehäuser, die in Griechenland kafenío(n) genannt werden. In den spartanisch ausgestatteten, zum Teil winzigen Lokalen herrscht oft ein lauter bis rauer/rüder Ton. Man kennt sich, man neckt sich, man setzt sich auseinander – so wie überall, wenn Männer unter sich sind. Frauen und Jugendliche verirren sich nur selten in diese Lokale. Wenn eintretende Gäste nicht zielstrebig einen Tisch ansteuern, sondern erst herumschlendern, hier und dort grüßen und diverse Smalltalks anknüpfen, warten sie offensichtlich auf die Aufforderungen éla kátse (= komm, setz Dich). Wer sich jedoch erst einmal niedergelassen hat, wird dann kaum noch “umziehen” und ggf. entweder Dritte an seinen Tisch einladen oder auch vom Platz aus an Gesprächen teilnehmen und auf diese Weise zu dieser typischen Geräuschkulisse beitragen. Sofern sich der Wirt/die Bedienung nicht von allein einstellt, werden Bestellungen auch lautstark zugerufen. Wer Dritte auf einen Kaffee oder sonst ein Getränk herbeiruft, bezahlt üblicherweise auch die Zeche. Wenn überhaupt, werden im kafenío bestenfalls einfache Teller zubereitet. Beliebt ist ouzáki bzw. oúzo me mesé (mesés = Leckerbissen, Appetitanreger): mit einem Glas/Fläschchen Ouzo wird ein Teller(chen) mit Appetithappen serviert. Theoretisch besteht im kafenío zwar ein gesetzlich verankerter Bestellzwang, in der Praxis kann man sich aber auch über längere Zeit an einem einzigen Getränk “festhalten” bzw. sich sogar ohne Verzehr im Lokal aufhalten; Letzteres ist allerdings nicht sehr gerne gesehen. In einem kafenío wird bestenfalls ein geringfügiges Trinkgeld (kleine Wechselbeträge) erwartet.

In der Taverne

In Lokalen der gehobenen Gastronomie werden oft die internationalen bzw. die in Deutschland üblichen Tischsitten und Verhaltensmuster erwartet. In den volkstümlicheren Tavernen geht es dagegen zuweilen recht locker zu. Man darf aufstehen, sich unterhalten oder sogar zwischendurch den Platz wechseln; im letzten Fall sollte jedoch die Bedienung informiert werden, um Verwirrungen bzgl. der Rechnungsstellung vorzubeugen. Im Übrigen wird jedoch auch hier ein Mindestmaß an Anstand, Höflichkeit und Abstand erwartet. So gilt es z.B. als sehr ungehörig, sich unaufgefordert an Tische anderer (auch bekannter!) Leute zu setzen, die Bedienung durch Händeklatschen herbeizuordern oder ohne Nachfrage Tische und/oder Stühle zu verrücken. Wenn es nicht möglich ist, die Aufmerksamkeit der Bedienung per Augenkontakt oder Handzeichen zu erregen, darf auch nach dem garßón (= Kellner) gerufen werden. Alternative: aufstehen und die Bedienung persönlich ansprechen. An Gesellschaft interessierte Insider bestellen zuerst einmal ein Getränk und überprüfen dann in aller Ruhe die Lage (sowie ggf. auch die Speisekarte). Wer (bereits) anwesende Gäste stilvoll auf sich aufmerksam machen möchte, beauftragt die Bedienung, am Tisch der Zielgruppe das erkennbar bevorzugte Getränk zu servieren. Und im weiteren Verlauf trinkt man sich bei angedeuteter Erhebung des Glases zu und setzt sich dann eventuell zusammen. Während Deutsche davon ausgehen, dass auch an gemeinschaftlich belegten Tischen jede Bestellung akribisch der entsprechenden Person zugeordnet wird, werden hier die Bestellungen sehr oft pauschal dem “ganzen Tisch” in Rechnung gestellt, zumal Griechen oft refiné (= die Umlage der Rechnung zu gleichen Teilen) vereinbaren bzw. stillschweigend voraussetzen. Sofern getrennte Rechnungen erwünscht sind, sollte dies der Bedienung von Anfang an ausdrücklich bekannt gegeben werden! In den Preisen ist grundsätzlich ein “Bedienungsgeld” enthalten, jedoch wird zusätzliches Trinkgeld gern gesehen bzw. sogar erwartet. Die vielfach genannten Richtwerte von 10-20% des Rechungsbetrags sind allerdings völlig überzogen und bestenfalls auf geringe Rechnungen anzuwenden. Gemäß einer aktuellen (2004) offiziellen Empfehlung sollte sich ein Trinkgeld auf höchstens 5% des Rechnungsbetrags belaufen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass sich der gesetzliche Mindestlohn in Griechenland auf etwas mehr als 20 € pro Tag beläuft.

Besuch, Einladung

Grundsätzlich gehört es in Griechenland nicht zur feinen Art, Leute unerwartet bzw. unangemeldet zu Hause zu “überfallen”. Ohne triftigen Anlass sollte zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr auch auf Anrufe verzichtet werden, da in der Mittagspause, insbesondere während der Sommerzeit, fehlender Schlaf nachgeholt wird. Eine (ernsthafte) Einladung nach Hause auszuschlagen, kann schnell als Beleidigung aufgefasst werden. Wer trotzdem ablehnen will oder muss, sollte dies mit viel “Fingerspitzengefühl” tun und ggf. auch eine Alternative vorschlagen. Da Begriffe wie “Nachmittag” und “Abend” nicht überall gleich verstanden werden, sollte dabei eine Zeitangabe genannt werden. Ebenso ist es nie falsch, Telefonnummern auszutauschen: so kann im Fall unerwarteter Ereignisse Verbindung aufgenommen oder aber langfristigere Einladungen noch einmal abgecheckt werden. Gastgeschenke sind gern gesehen, wobei man als Deutscher natürlich mit etwas typisch Deutschem überraschen darf. Ansonsten bieten sich Blumen oder auch Spirituosen, ggf. in dekorativer Verpackung sowie auch Gebäck an, das in Konditoreien, Bäckereien usw. in beliebigen Mengen und Mischungen abgewogen und in Pappschachteln überreicht wird. Übrigens werden Gastgeschenke oft scheinbar achtlos beiseite gelegt und erst ausgepackt, wenn der Besuch(er) gegangen ist: es besteht also keinerlei Anlass, sich aufgrund dieser Geste gekränkt zu fühlen! Und in Anbetracht der zum Teil beengten Wohnverhältnisse werden Besucher nicht immer ins Haus gebeten, sondern statt dessen auf Terrasse oder Hof geführt. Unter entsprechenden Gegebenheiten darf der Besuch(er) dies auch selbst vorschlagen. Oft begibt man sich im weiteren Verlauf gemeinsam in eine Taverne oder aber verabredet sich von vornherein in einem Lokal. In Bezug auf den letzten Punkt sei noch darauf hingewiesen, ggf. auf korrekte Kleidung zu achten: je nach Art des Anlasses ist es für die Gastgeber wichtig, ihre Gäste “vorzeigen” bzw. sich mit ihnen “sehen lassen” können, was insbesondere für den geschäftlichen Bereich gilt. Im privaten Bereich sollte im Zweifelsfall nachgefragt werden, ob “Touristenkluft” oder “Ausgehkleidung” angebracht ist.

Religion, Kirche, Kloster

Wer weiß, wie Griechen fluchen, wird sich fragen, wie dies mit deren angeblichen Pietät vereinbar ist, zumal die vulgäre Standardphrase gammóto (= Androhung gewaltsamen Beischlafs) sowohl mit einem beliebigen Objekt als auch jeder realen oder virtuellen Person (inkl. Familienmitgliedern, Heiligen, Religionsstiftern usw.) verknüpft werden kann. Die fast ausnahmslos der griechisch-orthodoxen Konfession angehörenden Griechen legen ein manchmal recht lockeres Verhältnis zu ihrer eigenen Religion zu Tage. Gegenüber Andersgläubigen neigen sie jedoch zur Intoleranz, was nicht zuletzt auf die offizielle Einstellung der Kirche zurückzuführen ist. Als besonders suspekt gilt jede Art von “abwerbender Missionierung”. Die nach wie vor bedeutende gesellschaftliche Position des Klerus zeichnet sich schon allein durch den Umstand ab, dass sich unter den jeglicher Art von offiziellen Anlässen beiwohnenden Würdenträgern immer auch Geistliche befinden. Pastoren tragen in der Öffentlichkeit grundsätzlich immer den typischen Talar mit Hut und gelten allgemein als Respektpersonen. Zwar zu einem gemäßigten Lebenswandel angehalten, differenzieren sie sich jedoch im Übrigen kaum von der gemeinen Bevölkerung bzw. dem üblichen Alltagsleben. Wer aus welchem Grund auch immer eine Kirche besuchen oder an einer Messe teilnehmen möchte, sollte sich unbedingt an dem Erscheinungsbild der Einheimischen bzw. den konservativen Kleidungsregeln orientieren. In bedeutenderen Kirchen und insbesondere in Klosteranlagen sind diese Vorschriften verbindlich. Klartext: Frauen müssen von den Schultern (inklusive den Oberarmen) bis zum Knie durchgehend bedeckt sein und gegebenenfalls einen Rock über der Hose tragen; für Männer sind die Vorschriften weniger konkret, sollten jedoch (abgesehen von dem Rock) auf eine entsprechende Weise ausgelegt werden. An den Eingängen zu Klosteranlagen werden in der Regel Tücher bzw. Kleidungsstücke zur Bedeckung unschicklicher Blößen bereitgestellt. Trotzdem gilt es als sehr provokant, betont freizügig oder gar nur mit einem knappen String bekleidet vorstellig zu werden, wie dies insbesondere Touristen immer wieder praktizieren. Es drängt sich hier die Frage auf, ob diese Leute auch zu Hause ihre Reizwäsche in der Kirche zur Schau stellen würden…

Verwaltung, Behörden, Beamten

Im Verkehr mit griechischen Behörden werden nach wie vor recht häufig die Dienste von Vermittlern jeder Couleur in Anspruch genommen. Diese nicht selten in den gesetzlichen Grauzonen agierenden Erbringer diverser Dienste leisten gegen entsprechende Vergütung jede Art von Hilfestellung oder übernehmen auch die gesamte Abwicklung einschlägiger Vorgänge. So ist es beispielsweise üblich, dass solche Personen im Umfeld oder sogar auch in den Gebäuden frequentierter Ämter, Behörden, Einrichtungen usw. Formulare und Gebührenmarken feilbieten, Anträge ausfüllen, Auskünfte erteilen und sonstige relevante Leistungen erbringen. (Verwaltungs-) Beamte allgemein und hierbei insbesondere Ordnungshüter und -organe sowie Autoritätsträger jeder Art sind in der Regel nicht sehr diskussionsfreudig. Aus der sicheren Position der praktischen Unkündbarkeit betrachten sie ihren Dienst oft selbstherrlich als schicksalsbedingtes Übel und das gemeine Volk als lästige Bittsteller, reagieren auf Kritik und erst recht Belehrungen meist allergisch bis cholerisch, auch wenn sie sich eindeutig im Unrecht befinden, und gelten allgemein nicht als Großmeister der Umgangsformen; wie immer bestätigen jedoch Ausnahmen zunehmend die Regel. Theoretisch besteht inzwischen sogar die Möglichkeit, sich in diversen Fällen von Willkür, Amtsmissbrauch bzw. -überschreitung, Rechtsbeugung und sonstigen Ungehörigkeiten an eine Schiedsstelle zu wenden, was jedoch in der Praxis leider nicht so richtig klappt und in jedem Fall Zeit, Nerven und natürlich Geld kostet. Somit ist es meistens effektiver, sich distanzierter Höflichkeit zu bedienen und ggf. auch ein bisschen dumm zu stellen. Sofern sie sich nicht selbst unbeliebt machen, wird deutschen Touristen üblicherweise mit einem gewissen Maß an Respekt begegnet; jedoch gehören auch hier Ausnahmen zur Regel…

Pünktlichkeit, Versprechungen, Zusagen

Was auch immer im Rahmen einer unbeschwerten Freizeit und Geselligkeit als Merkmal einer orientalisch angehauchten Lebensphilosophie gewertet werden mag, kann im nüchternen Alltag bis hin zur Einweisung in die Intensivstation führen: die Unpünktlichkeit der Griechen ist sprichwörtlich! Leider beschränkt sich das gespannte Verhältnis der Hellenen zu Zeit und Terminen nicht nur auf die Privatsphäre, sondern betrifft wirklich jeden denkbaren Bereich. Nicht viel besser ist es um Versprechungen und Zusagen bestellt. Selbst schriftliche Abmachungen werden ggf. ohne jede Hemmung ignoriert, und mündliche sowie insbesondere spontane Vereinbarungen scheinen oft nur getroffen zu werden, um sie anschließend brechen zu können. Selbstverständlich sind auch Urlauber weder vor solchen einschlägigen Erlebnissen und Situationen gefeit, noch können sie sich effektiv davor schützen. Folglich kann also nur empfohlen werden, bei jeder Planung möglichst viel zeitlichen Spielraum bzw. Alternativen einzukalkulieren. Tipp am Rande: unbedingt den Film “Zorbas, der Grieche” ansehen…



Weiter
Weiter
Zurück
Zurück
Anfang
Anfang


Valid XHTML 1.0 Transitional Valid CSS!