Die antike Adria-Stadt Ancona besitzt einen der historisch wichtigsten und schönsten Häfen des Mittelmeeres. Den Namen erhielt die Stadt auf Grund der Landzunge, die in Form eines Ellbogens um die italienische Stadt greift.

Ancona besitzt neben Bari und Venedig einen der wichtigsten Fährhäfen über die Adria mit stark frequentierten Verbindungen zu den griechischen Städten Igoumenitsa, Kerkyra auf Korfu und Patras. Ancona wurde im Jahre 387 v. Chr. von griechischen Kolonisten aus Syrakus gegründet, die vor der Tyrannei von Dionysios I. von Syrakus geflüchtet waren. Die Stadtgründer gaben der Stadt das Epithet dorische Stadt.

Ancona

Nachdem hier ja bereits über den Fährhafen von Venedig berichtet wurde, steht jetzt die Fortsetzung dieser Fährhafen-Reihe am Programm: Der Fährhafen von Ancona.

Ancona ist eine Hafenstadt an der italienischen Adriaküste. Es ist Hauptstadt der Region Marken und der Provinz Ancona. Die Stadt wurde vor 2.400 Jahren von Griechen gegründet, und der Name der Stadt stammt demnach auch aus dem Griechischen und bedeutet Ellbogen. Warum? Das erkennt man am besten auf einem Satellitenbild:

Der Ellbogen und Ancona

Wie man deutlich erkennen kann, bietet die Bucht hinter dem natürlichen Ellbogen einen wunderbaren Schutz gegen alle Stürme außer den reinen Nordstürmen. Die Griechen, die ja wie bereits oben erwähnt vor 2.400 Jahren die Stadt gegründet haben, haben diese Naturgegebenheiten ausgenutzt, und eine Stadt gegründet, die seit ihrem Anbeginn eine wichtige Hafen- und Handelsstadt gewesen ist.

Ancona

Port of Ancona
Heute leben in Ancona ca. 100.000 Einwohner, der Hafen – sowohl mit den Passagier-Fähren als auch jegliche industrielle und kommerzielle Schifffahrt – ist nach wie vor einer der wichtigsten Industriezweige in der Region.

Ancona hat dem Besucher aber deutlich mehr als nur einen Hafen zu bieten:

  • Unter den zahlreichen Monumenten der Stadt befindet sich auch das Lazzaretto (Laemocomium oder Mole Vanvitelliana), das von dem Architekten Luigi Vanvitelli 1732 erbaut wurde. Das Lazzaretto ist ein fünfeckiges Gebäude mit einer Fläche von mehr als 20.000 Quadratmetern.
  • Die Fundamente der Kathedrale (der Dom) wurden 1128 errichtet, der Bau schließlich 1189 vollendet. Die ursprünglich unter den Mauern der Kathedrale bestandene Kirche soll einst die Form eines lateinischen Kreuzes gehabt und bereits im 8. Jahrhundert bestanden haben. Sie ist ein bemerkenswertes romanisches Bauwerk aus grauem Gestein und einem griechischen Kreuz nachgebildet.
  • Zahlreiche gotische Gebäude finden sich in der Stadt, unter ihnen die Kirchen von S. Francesco und S. Agostino, der Palazzo Benincasa und die Loggia dei Mercanti, die allesamt von Giorgio Orsini erbaut wurden und normalerweise da Sebenico genannt werden, und schließlich die Präfektur, die Anbauten aus der Renaissance besitzt. Das Portal von S. Maria della Misericordia zeigt Ornate aus der Frührenaissance.
  • Das archäologische Museum präsentiert interessante Funde aus der vorrömischen Epoche aus den Gräbern der Umgebung sowie zwei römische Klinen mit Elfenbeinschnitzereien.

Fährhafen

Da Ancona zum Glück sehr stark auf das Geschäft mit den Fähren ausgerichtet ist, ist die Anfahrt zum Fährhafen denkbar einfach zu finden. Sie ist bestens beschildert, und man kann sich weder von der Autobahn von Richtung Rimini kommend, noch von der Küstenstraße aus, ebenfalls aus Norden kommend, fast nicht verirren.

Anfahrt Fährhafen von Ancona

Satellitenbild mit eingetragener Route zum Fährhafen

Check-In für die Fähren

Wie auf den Geschäftsbedingungen der Buchungen zu lesen steht, haben sich alle Reisenden bis zwei Stunden vor Abfahrt beim Check-In-Schalter der jeweiligen Fährgesellschaft einzufinden. Für Camping-an-Deck Passagiere gelten üblicherweise drei Stunden vor Abfahrt.

Das ist zum einen ein Richtwert, wer also eine Stunde überzieht hat noch gar nichts verloren. Diese Zeiten dienen dazu, den Betreibern der Fähren effizientes Beladen und Entladen der Fähren zu erlauben.

Wie in Venedig gilt auch in Ancona, dass all zu früh am Hafen zu sein nur Unbequemlichkeiten schafft. Da ab Ancona täglich viele Fähren nach Griechenland auslaufen kann es schon passieren, dass man mit seinem Gespann mehrmals rangieren muss, um nicht von zornigen Hafenarbeitern ins Meer geworfen zu werden. Unser Ratschlag ist also: Keinesfalls vor fünf Stunden vor Abfahrt im Hafen von Ancona sein.

Die Check-In Schalter für alle Fährlinien finden sich im Gebäude am Hafen, an dem man vorbeifährt während man von den Hafenarbeitern zum richtigen Warteplatz durchgewunken wird. Sollten keine Hafenarbeiter da sein, so ist auch alles schon gut genug beschildert, um alleine die Warteschlange zu finden.

Check-In Schalter im Fährhafen von Ancona

Und auch hier sei noch einmal der Tipp zum stressfreien Manövrieren in italienischen Häfen gegeben: Auf einem Blatt Papier groß und gut leserlich den Namen der Fährgesellschaft, das Ziel und die Uhrzeit der Abfahrt ausdrucken, und den dann beim Erreichen des Hafenbereiches hinter die Windschutzscheibe klemmen. So sieht jeder auf einen Blick wo man hin muss, und damit klappt es dann auch besser… :-)

Übernachtungen vor der Abfahrt

Da ja Ancona mit dem eigenen Fahrzeug nicht gerade schnell erreichbar ist, stellt sich auch hier die Frage, ob es nicht verträglicher ist, nur bis ein Stück vor Ancona zu fahren, dann irgendwo zu nächtigen, um am Tag der Fährabfahrt recht punktgenau in den Hafen von Ancona anzukommen.

Zumindest ich bin ein Anhänger dieser Vorgehensweise, da ich – von Natur aus vorsichtig – immer genug Puffer einplane, es dann aber hasse, stundenlang warten zu müssen. Daher nächtige ich immer – vereinfacht durch meinen Wohnwagen – auf einem Campingplatz nördlich von Ancona, meist sogar noch nördlich von Rimini. Die dann verbleibenden zwei oder maximal drei Stunden Anfahrt lassen mich dann mit viel weniger Pufferzeit kalkulieren, und die Ankunft im Hafen erfolgt aus meiner Sicht stressfreier.

Da die gesamte Adriaküste von Ravenna bis Ancona höchst touristische Gebiet ist, sollte es auch in der Hochsaison keine Probleme geben, zumindest im Hinterland (also der der Küste abgewandten Seite der Autobahn… :-)) ein Quartier zu finden.

Auch Campingplätze sind auf der Strecke reichlich vorhanden, diese können aber in der Hochsaison tatsächlich voll belegt sein. Aus diesem Grund beginne ich die Suche nach freien Plätzen bereits vor Rimini, und bin dort auch meist erfolgreich. In Italien ist übrigens das Nächtigen auf Autobahnrastplätzen zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit gestattet, es wäre also für Camper auch kein Problem, wenn tatsächlich mal kein Platz auf einem Campingplatz mehr zu finden ist.

3 Responses to “Der Fährhafen von Ancona”

  1. Tarek H. says:


    Super Seite! Hat mir meine Planung erleichtert! Weiter so!

  2. hotel Jesolo says:


    Wunderbare Orte. Danke für den Artikel. Ich plane eine Reise mit meiner Familie in diesem Sommer, und das ist wirklich hilfreich.

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