Immer wieder liest man, dass Menschen nach einem Bad im Mittelmeer, von der Cote d’Azur bis hinunter nach Neapel, mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus behandelt werden müssen. 2005 war es an einem Strand in Ligurien sogar so schlimm, dass an einem einzigen Tag gleich 180 Menschen behandelt werden mussten. Schuld daran ist eine giftige Alge, die […]

Immer wieder liest man, dass Menschen nach einem Bad im Mittelmeer, von der Cote d’Azur bis hinunter nach Neapel, mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus behandelt werden müssen. 2005 war es an einem Strand in Ligurien sogar so schlimm, dass an einem einzigen Tag gleich 180 Menschen behandelt werden mussten.

Schuld daran ist eine giftige Alge, die eigentlich aus tropischen Gewässern stammt. Sie wurde 1989 das erste Mal im Mittelmeer nachgewiesen, in der Nähe von Monaco. Seither breitet sie sich beständig dem Küstenverlauf folgend aus. Die Zellen der giftigen Algen breiten sich vor allem in flachem Wasser aus, das über 25 Grad warm ist.

Wie sie im Mittelmeer eingeschleppt wurde ist unklar, sie könnte in den Ballasttanks von Schiffen transportiert worden sein, oder einfach von einem Aquariumsbesitzer freigesetzt worden sein, der den Inhalt seines Aquariums, nachdem sein Aquarium nach dem Kauf von tropischen Zierfischen ausgestorben war, einfach im Meer entsorgt hat.

Die Alge heißt wissenschaftlich Ostreopsis ovata, ist aus der Gruppe der Dinoflagellaten, und gehört zu einer Reihe von toxischen Algen. Sie ist auch die Ursache von Ciguatera, einer Fischvergiftung. Diese Art von Fischvergiftung, die saisonal und unerwartet auftritt, wird durch den Genuss von sonst ungiftigen Speisefischen hervorgerufen.

Die Algen werden dabei von anderen Meerestieren gefressen, die wiederum von Meerestieren gefressen werden, die wiederum gefressen werden. Dabei reichert sich das Gift der Algen immer mehr an, bis schließlich Konzentrationen erreicht werden, die auch Menschen beim Verzehr einer Portion Fisch vergiften können.

Im Mittelmeer sind mittlerweile manche Bereiche durch die Mengen der tropischen Algen völlig tot. Die Giftkonzentration ist dort so hoch, dass außer der Alge selbst kein anderes Lebewesen mehr dort vorkommt. Kommen Menschen in solche Regionen, oder wird durch Meeresströmungen Wasser aus solchen Regionen an Badestrände transportiert, so können die zuvor erwähnten Vergiftungserscheinungen auftreten: Die Beschwerden, die nach dem Baden auftreten können, reichen von Husten, Atemnot und Übelkeit bis zu hohem Fieber.

Algenpest in Griechenland

Bisher hat die giftige Alge Griechenland nicht erreicht. Aber wenn sie ihre Ausbreitung entlang der Küstenlinie durch die Adria bebehält, so ist in den nächsten paar Jahren mit dem Auftreten der tropischen Alge im Ionischen Meer zu rechnen. Und wenn sie dann erst Piräus erreicht hat, wird es wohl nur eine Frage von Wochen oder Monaten sein, bis sie über die Ballasttanks der Fähren in Windeseile alle grösseren Inseln der Ägäis erreicht haben wird.



One Response to “Giftige Algen im Mittelmeer”

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