Der Karneval ist - kurz gesagt - das Austoben vor der christlichen katholischen/evangelischen Fastenzeit. Wie ist das im griechisch-orthodoxen Griechenland?

Karneval, Fastnacht oder Fasching. Diese verschiedenen Bezeichnungen für die vermutlich längste Party des Jahres bezeichnen alle recht gut die Natur dieser ausgelassenen Festlichkeiten. Fastnacht, das ist die Nacht bevor die österliche Fastenzeit beginnt, also die Nacht in der all die Feierlichkeiten der vorangehenden Tage und Wochen kulminieren. Fasching leitet sich aus dem Hochdeutschen des 13. Jahrhunderts ab, als vaschanc den letzten Ausschank vor der Fastenzeit bezeichnet hat, wieder fokussiert auf den Höhepunkt der Feierlichkeiten vor dem Beginn der Fastenzeit. Karneval hingegen kommt aus dem Lateinischen, und heißt nichts anderes als "carne vale", also "Fleisch, leb wohl".

Karneval, Fastnacht oder Fasching

Karneval, Fastnacht oder Fasching. Diese verschiedenen Bezeichnungen für die vermutlich längste Party des Jahres bezeichnen alle recht gut die Natur dieser ausgelassenen Festlichkeiten:

  • Fastnacht, das ist die Nacht bevor die österliche Fastenzeit beginnt, also die Nacht in der all die Feierlichkeiten der vorangehenden Tage und Wochen kulminieren.
  • Fasching, leitet sich aus dem Hochdeutschen des 13. Jahrhunderts ab, als vaschanc den letzten Ausschank vor der Fastenzeit bezeichnet hat, wieder fokussiert auf den Höhepunkt der Feierlichkeiten vor dem Beginn der Fastenzeit.
  • Karneval hingegen kommt aus dem Lateinischen, und heißt nichts anderes als carne vale, also Fleisch, leb wohl.

Wir verdanken den Karneval also dem Bedürfnis der Menschen, sich vor der – früher noch gelebten – Fastenzeit, die ja an das 40-tägige Fasten von Jesus vor der Kreuzigung erinnert, noch mal austoben zu wollen. Oder, praktisch ausgedrückt: Mit einem ordentlichen Kater fällt es am Aschermittwoch leichter, auf feste Nahrung zu verzichten… :-)

Die Fastenzeit – die ja in ähnlicher Form in den meisten Religionen vorkommt – ist die Zeit der Besinnung und des Verzichts vor dem Osterfest, das ja nach unserem christlichen Kalender immer am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond gefeiert und liegt somit frühestens am 22. März, spätestens am 25. April. Die genauen Ursprünge des Osterfestes liegen im Dunkeln, aber vermutlich geht der Zeitpunkt auf verschiedene alte germanische Bräuche zurück, die im Rahmen frühjährlicher Vegetationsriten immer um diese Zeit herum stattfanden. Das würde auch gut zum Datum für das Weihnachtsfest passen, das ja dann gefeiert wird, wenn zum ersten Mal mit einfachen Mitteln messbar die Tage nach der Wintersonnenwende wieder länger werden.

Der Karneval beginnt bei uns übrigens mit dem Dreikönigstag, am 6. Jänner. Dieser Tag ist eigentlich der Tag der Erscheinung des Herren, also das ursprüngliche Weihnachtsfest. Aber auch dieser 6. Jänner hat alte historische Wurzeln, schon im hellenistischen Ägypten wurde in der Nacht vom 5. zum 6. Januar die Geburt des Sonnengottes Aion aus der Jungfrau Kore gefeiert. Am Tag des 6. Januar folgte das Schöpfen des heilbringenden Wassers aus dem Nil. Die westlichen christlichen Religionen sehen im Dreiköngistag ja das Datum, an dem die drei Weisen des Morgenlandes erschienen sind, während die östlichen christlichen Religionen das Fest der Taufe Jesus feiern.

Wie man also sieht, geht der Karneval sehr stark auf religiöse christliche Festlichkeiten zurück, die wiederum ihre Wurzeln in noch älteren – wenn man so will: heidnischen – Bräuchen haben. Auch gibt es ja Unterschiede innerhalb der christlichen Religionen. Wie ist das also mit dem Karneval in Griechenland?

Zunächst mal Links zu den Artikeln auf Wikipedia, für alle, die noch mehr Informationen zu diesen christlichen Riten suchen:

Karneval, Fastnacht und Fasching
Als Karneval, Fastnacht oder Fasching (auch fünfte Jahreszeit) bezeichnet man verschiedene Bräuche, um die Zeit vor dem Aschermittwoch in Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumender Lebensfreude zu feiern. Lesen Sie mehr dazu auf de.wikipedia.org…
Dreikönigstag
Epiphanias bzw. Epiphanie (griechisch Επιφάνια oder Επιφάνεια; επί „auf, oben“, φαίνω „ich zeige“, vgl. „Phänomen“) oder Erscheinung des Herrn ist der ursprüngliche und heute noch meist gebrauchte Name des am 6. Januar, dem historischen Weihnachtsdatum, begangenen christlichen Festes. Lesen Sie mehr dazu auf de.wikipedia.org…
Fastenzeit
Als Fastenzeit wird im christlich-abendländischen Kulturkreis der Zeitraum der sieben Wochen vor Ostern bezeichnet. Sie erinnert an das 40-tägige Fasten Jesu Christi zur Vorbereitung seines öffentlichen Wirkens. Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch im Februar oder Anfang März. Lesen Sie mehr dazu auf de.wikipedia.org…
Ostern
Ostern ist im Christentum das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Diese geschah nach dem Neuen Testament am dritten Tag von Jesu Kreuzigung an. Daraus entstand die kirchliche Karwoche mit dem Karfreitag als Todestag Jesu und Karsamstag als Tag der Grabesruhe, auf die der Ostersonntag als Auferstehungstag folgt. Lesen Sie mehr dazu auf de.wikipedia.org…

Karneval in Griechenland

Griechenland ist überwiegend griechisch orthodox. Das heißt, dass die grundlegenden christlichen Bräuche identisch sind, sich im Detail aber unterschieden. Der Karneval beginnnt also mit dem Dreikönigstag, an dem ja in den Orthodoxen Kirchen die Taufe Jesus gefeiert wird, und endet mit der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern.

Auch das Datum selbst ist jeweils das gleiche, aber der Kalender ist ein anderer. Nein, das ist kein Irrtum, ich weiß wovon ich schreibe… :-)
Die Orthodoxen Kirchen verwenden für ihre Zeitrechnung den Julianischen Kalender. Dieser Julianische Kalender wurrde von niemand anderem als Julius Cäsar höchstpersönlich eingeführt.

1582 wurde jedoch im Zuge der Kalenderreform der Gregorianische Kalender eingeführt. Dieser Kalender ist benannt nach Papst Gregor XIII., der die Umsetzung der Kalenderreform vorantrieb. Da ein Julianisches Kalenderjahr mit seinen durchschnittlich 365,25 Tagen um etwa 11 Minuten länger ist als das astronomische tropische Jahr, verschob sich der astronomische Frühlingsanfang etwa alle 130 Jahre um einen Tag auf ein früheres Kalenderdatum. Da außerdem 19 Julianische Jahre etwa um 0,06 Tage länger sind als die 235 synodischen Monate des Metonischen Zyklus, wuchs etwa alle 16 Zyklen (also etwa alle 300 Jahre) der Fehler zwischen berechnetem und astronomischem Vollmondzeitpunkt um einen weiteren Tag an. Und damit passte das Datum an den Ostern gefeiert wurde nicht mehr zu den astronomischen Gegebenheiten.

Also wurde das Datum korrigiert, und es wurden 10 Tage übersprungen, um den Tag des Datums der Tag-Nacht-Gleiche wieder an den astronomischen Tag der Tag-Nacht-Gleiche anzupassen. Es folgte also im Jahr 1582 auf Donnerstag, den 4. Oktober gleich Freitag, der 15. Oktober, und alles hatte wieder seine Richtigkeit. Da aber diese Kalenderreform vom katholischen Papst durchgeführt wurde, hat die Orthodoxe Kirche dies geflissentlich ignoriert, und rechnet deshalb noch immer im Julianischen Datum. Da hier seit 1582 zwei weitere Tage Zeitverschiebung hinzugekommen sind, fällt der Tag des orthodoxen Weihnachtsfestes, also der Julianische 25. Dezember, zufälligerweise auf den 12 Tage später stattfindenden Gregorianischen 6. Jänner. Es ist also Zufall, dass das orthodoxe Weihnachtsfest am Dreikönigstag stattfindet. Die Griechen, die im Alltag genauso wie wir nach dem Gregorianischen Kalender leben, feiern übrigens das “kommerzielle” Weihnachtsfest genauso am Gregorianischen 25. Dezember.

Es gibt in Griechenland also folgerichtig den kommerziellen Beginn des Karnevals, also den 6. Jänner, und den religiösen Beginn des Karnevals 12 Tage später. Da das orthodoxe Osterfest aber nach dem Julianischen Kalender bestimmt wird, kommen die Griechen in den Genuss eines um 12 Tage längeren Karnevals. Der kommerzielle Karneval lässt sich also nicht durch das gregorianische Enddatum aufhalten.

Der Karneval selbst wird in Griechenland genauso ausgelassen gefeiert wie bei uns. Sogar die Verkleidung der Faschingsnarren mit ihren Hüten ist inzwischen übernommen worden. Diese Narrenkappen aus dem deutschsprachigen Raum finden ihre Ursprünge übrigens in der Verhöhnung der französischen Besatzung am Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der Napoleonischen Kriege, wo ja ähnliche Kappen und Mützen zur Militäruniform der Offiziere gehört hat.

Orthodoxe Kirchen in Griechenland
Die östlich-orthodoxe Kirche im Staat Griechenland gliedert sich in 81 Diözesen, die jeweils einer von vier Teilkirchen angehören. Diese Teilkirchen sind die Kirche von Griechenland, die Kirche von Kreta, die Metropoliten der Dodekanes und die Metropoliten der Neuen Länder. Lesen Sie mehr dazu auf de.wikipedia.org…
Julianischer Kalender
Der Julianische Kalender wurde von Julius Caesar eingeführt und war in manchen Teilen der Welt noch weit bis ins 20. Jahrhundert gültig, im kirchlichen Bereich teilweise noch bis heute. Er wird heute in der Wissenschaft rückwirkend auch für die Jahre vor dem Wirken Caesars verwendet. Er wurde seit dem 16. Jahrhundert sukzessive durch den Gregorianischen Kalender abgelöst. Lesen Sie mehr dazu auf de.wikipedia.org…
Gregorianischer Kalender
Der Gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den weitaus meisten Teilen der Welt gültige Kalender. Er wurde Ende des 16. Jahrhunderts entwickelt und 1582 durch die päpstliche Bulle Inter gravissimas dekretiert. Der Gregorianischer Kalender gilt heute praktisch weltweit, auch in der gesamten islamischen Welt. Lesen Sie mehr dazu auf de.wikipedia.org…
Kalenderreform
Als Kalender-Reform wird die Änderung der Einteilung und Zählung von Zeiträumen bezeichnet. Viele Kalender-Reformen entstanden aus dem gesellschaftlichen Bedürfnis nach höherer Genauigkeit bei der Planung der Aussaat in der Landwirtschaft. Daneben finden sich aber auch rein politisch oder religiös motivierte Kalenderreformen. Lesen Sie mehr dazu auf de.wikipedia.org…

Karneval-Feiern in Griechenland

Karneval in GriechenlandIn Griechenland wird der Karneval Apokriés genannt. Das heißt wörtlich nichts anderes als Karneval in seiner ursprünglichen Bedeutung, nämlich Fleisch vorbei. Die Wurzeln des Karnevals in Griechenland können bis in die Antike zurückverfolgt werden. Sie stehen in engem Zusammenhang mit den feierlichen Ritualen zu Ehren des Gottes Dionysos, die von Enthusiasmus, Heiterkeit und Spottlust geprägt waren. Mit der Verbreitung des Christentums verschmolzen Elemente der antiken Götterverehrung in dem Bewusstsein und in der Tradition der Menschen mit den 40 Tagen der Fastenzeit.

Die Feiern selbst sind vollkommen mit den bei uns üblichen Faschingsparties vergleichbar. In fast allen Städten und vielen Dörfern finden Umzüge statt, ergänzt um unzählige öffentlichen wie privaten Parties. Auch die dabei verwendeten Verkleidungen für Kinder wie Erwachsene sind die gleichen.

Am Rosenmontag, läßt man traditionell Drachen steigen. Früher wurden Papierdrachen selbst gebastelt, heute werden diese meistens fertig aus Plastik gekauft. Der Renner unter den Motiven der Jungs sind natürich die Farben des Lieblingsfußballvereins. Der Wind spielt meist zu dieser Jahreszeit auch mit, kehrt doch der Frühling mit stabilem Schönwetter erst im Laufe des März in Griechenland ein.

PatrasIn vielen traditionellen Dörfern ist noch ein weiterer alter Brauch aus Zeiten des antiken Griechenlands verbreitet. In den Tagen vorm Faschingssonntag sammeln je zwei oder drei Gruppierungen innerhalb der Dörfer – oder im Fall ‘rivalisierender’ Dörfer auch jedes Dorf als eine Gruppe – Holz in großen Stapeln vor dem Dorf. Oft schlafen auch ein oder zwei Aufpasser in improvisierten Unterkünften bei den Holzstapeln, um zu verhindern, dass das Holz von Rivalen gestohlen wird. Gewonnen hat am Faschingssonntag dann diejenige Gruppe, die den grössten Haufen Holz gesammelt hat, der dann auch am längsten und am hellsten brennt.

Wenn der Wind aber zu stark ist gibt es oft ein schnelles Ende der Drachenfestspiel. Um so manches Stromkabel, Drahtzaun oder Zypressenwipfel sieht man – oft noch in den Sommermonaten – die Plastikreste der verhängnisvollen Abstürze hängen.

In Patras findet alle Jahre wieder eine grosse, fast zwei Monate andauernde, Party statt. Die Stadt ist in Griechenland bekannt als Karnevalshochburg, der Patras-Karneval oder Patrino Karnavali ist ein zwei Monate langes imposantes Fest im Winter. Es ist der größte Karneval in Griechenland mit etwa 50.000 Karnevalisten.

Der Karneval in Patras erhebt für sich den Anspruch in Bezug auf aktiv am Spektakel mitwirkenden Personen zu den zwei oder drei grössten Karnevalsveranstaltungen Europas zu gehören.

Karneval Griechenland
Apokriés heißt wörtlich übersetzt das Fernbleiben vom Fleisch, Hauptmerkmal der Fastenzeit. Auch Karneval hat ja die gleiche Bedeutung und kommt ursprünglich aus dem Italienischen Carneval, Carnevale (Carne = Fleisch, vale = vorbei). Lesen Sie mehr dazu auf www.kalimera-griechenland.de…
Patras Carnival
The unique nature and the secret of success of the Patras Carnival are simple: as it was never an imitative representation of lost customs and traditions, it has always evolved as a carnival feast, in tune with each passing era. Lesen Sie mehr dazu auf www.carnivalpatras.gr…
Patras
Patras (neugr. Πάτρα (f. sg.), Patra, Katharevousa und altgr. Πάτραι (f. pl.), Patre bzw. Patrai) ist eine der wichtigen Hafenstädte Griechenlands und Hauptstadt der Präfektur Achaia wie der Region Westgriechenland. Die Einwohnerzahl beträgt 171.616, damit ist Patras nach Athen und Thessaloniki die drittgrößte Stadt Griechenlands. Lesen Sie mehr dazu auf de.wikipedia.org…
Karneval
Das aus dem Lateinischen stammende Wort Karneval, welches im Griechischen „apokreo“ oder „apokria“ heißt, bezeichnet den Zeitraum der drei Wochen vor dem Rosenmontag, in denen Kostümpartys und Karnevalsumzüge stattfinden. Wörtlich genommen „verabschiedet“ man sich in dieser Zeit vom Fleischessen. Dementsprechend setzt sich auch das lateinische Wort Karneval aus den Worten carne = Fleisch und vale = verabschieden zusammen. Lesen Sie mehr dazu auf www.eot.gr…
Traditionen in Epirus und Griechenland
An Karneval findet in vielen Städten und einigen Dörfern ein Umzug statt. Jedes Jahr handelt dieser von verschiedenen Themen. Lesen Sie mehr dazu auf www.epirus.de…
Karneval in Griechenland
Karneval ist in Griechenland erst im März und so konnte ich dieses Jahr zweimal Karneval feiern. In Deutschland und hier. Was für andere einfach nervig ist, ist für mich ein purer Genuss. Ich liebe Karneval über alles. Lesen Sie mehr dazu auf www.youthreporter.eu…
Griechenland Faschingsbrauch
Dank eines griechischen Freundes weiß ich nun endlich (nach vier Wochen Rumrätseln) warum überall diese komischen Berge voller Holz liegen. Lesen Sie mehr dazu auf www.youthreporter.eu…

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