Der Meltemi ist der Wind, der fast den gesamten Sommer tagsüber in der Ägäis weht. Der Meltemi ist der Schönwetterwind, der aus Richtung Norden weht, abends normalerweise abflaut, und die Temperaturen von weit über 40 Grad im Schatten noch gut erträglich macht. Kurz gesagt ist der Meltemi der griechische Wind. Dabei ist der Name Meltemi […]

Der Meltemi ist der Wind, der fast den gesamten Sommer tagsüber in der Ägäis weht. Der Meltemi ist der Schönwetterwind, der aus Richtung Norden weht, abends normalerweise abflaut, und die Temperaturen von weit über 40 Grad im Schatten noch gut erträglich macht.

Kurz gesagt ist der Meltemi der griechische Wind. Dabei ist der Name Meltemi – allen Rivalitäten mit der Türkei zum Trotz – türkischen Ursprungs. Früher nannten ihn die Griechen Etesien (Ἐτησίαι), was soviel wie “Wind der Jahreszeit” bedeutet.

Der Meltemi entsteht dadurch, dass das üblicherweise, bei stabilem Schönwetter im Sommer über der Türkei liegende Hitzetiefdruckgebiet und das über dem Balkan liegende Hochdruckgebiet wie eine Pumpe Luft von Norden in die Ägäis drücken. Mit em Meltemi kommen immer schönstes Sommerwetter, klare und gute Sichtbedingungen und relativ trockene Luft einher.

Jedes Jahr beginnt der Meltemi im Mai zu wehen, erreicht im Juli und August seinen Höhepunkt, und kann in guten Jahren bis in den Oktober hinein überstehen. Vor allem Surfer wissen den bis über 6 Beaufort starken Wind in der gesamten Ägäis sehr zu schätzen.



Auch wenn der Meltemi tagsüber für eine erträgliche Hitze sorgt, und am Abend dann, wenn er zu wehen aufhört, eine angenehm kühle Luft hinterlässt, so hat er tagsüber doch seine Tücken.

Zum einen kommt mit dem Meltemi eine sehr klare Atmosphäre, was bedeutet, dass die UV-Belastung an Tagen mit Meltemi wesentlich grösser ist, als an Tagen ohne Meltemi. Da die Temmperatur durch den Wind nicht soi gefühlt wird, wird oft auch die Intensität der Sonneneinstrahlung unterschätzt. Sonennbrand und Sonnenstich sind die Belohnung dafür…

Zum anderen dehydrieren Menschen sehr schnell, wenn sie mit wenig Bekleidung bei grosser Hitze in sehr trockener Luft im Wind stehen. Man merkt gar nicht, dass man Flüssigkeit verliert, und ist durch die Geschenisse im Urlaubsparadies oft zu abgelenkt, um zu bemerken, wie durstig man ist. Ein Kreislaufkollaps ist hier dann oft die Folge.

Und schliesslich weht der Meltemi mit Spitzen von 75km/h durch die ganze Ägäis. Dadurch entstehen sehr starke Strömungen. So werden in der Meerenge zwischen Naxos und Paros – von Surfer auch “Düse” genannt – Strömungsgeschwindigkeiten von bis über 8 Knoten (also bis 15 km/h) gemessen. Wenn man bedenkt, dass die Weltrekordgeschwindigkeit für Herren in 100m Kraulen bei nicht mal der Hälfte dieser Strömungsgeschwindigkeit liegt, dann kann der eine oder andere, der gerne weit hinauschwimmt, schon ins Grübeln kommen.

Und wer gerne den Windsurfern und Kite-Surfern zusieht, die den Meltemi nur zu gerne voll auskosten und mit schwindelerregnden Geschwindigkeiten übers Wasser zischen, der wird gar nicht glauben, wie gut ein kleines Kind im Schlauchboot schon als Segel wirkt, und wie schnell ein solches Boot abtreiben kann.


Wenn also der Meltemi weht, sollte man das garantierte schöne Wetter geniessen, und auf folgendes aufpassen:

  • Für ausreichend Sonnenschutz sorgen.
  • Reichlich trinken. Wasser ist sehr gut, mir persönlich schmecken aber auch andere in Griechenlan erhältliche Getränke recht gut… :-)
  • Nicht zu weit raus schwimmen.
  • Auf Kinder und deren Spielzeug, zumindest bei ablandigem Wind, gut acht geben.




Und hier noch ein Foto eines Herbststurms, aufgenommen in Milos, bei Windstärken bis 9 Beaufort. Das Foto stammt von milos-greece.com.


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