Jeder der zumindest die Schlagzeilen der Nachrichten liest, hat in den vergangenen Wochen und Monaten mitgekriegt, dass sich ein Namensstreit zwischen Griechenland und der Republik Mazedonien abspielt. Allen, die Griechenland kennen, ist klar, dass sich der Namensstreit rund um die griechische Region Makedonien drehen wird. Und allen, die im Geschichtsunterricht aufgepasst haben, und nicht den […]

Jeder der zumindest die Schlagzeilen der Nachrichten liest, hat in den vergangenen Wochen und Monaten mitgekriegt, dass sich ein Namensstreit zwischen Griechenland und der Republik Mazedonien abspielt.

Allen, die Griechenland kennen, ist klar, dass sich der Namensstreit rund um die griechische Region Makedonien drehen wird. Und allen, die im Geschichtsunterricht aufgepasst haben, und nicht den segensreichen Mechanismus der Verdrängung beherrschen, erinnern sich daran, dass Alexander der Große, der große Herrscher und Feldherr, ja als König von Makedonien eher klein und bescheiden begonnen hat.

Es liegt die Vermutung nahe, dass also der Name Makedonien bzw. Mazedonien wohl aus historischer Zeit mit einem Gebiet verbunden ist, das heute zu zwei verschiedenen Staaten gehört, und die streiten sich jetzt um den Namen.

Vereinfacht gesagt ist das auch so.

Wenn man etwas hinter die Kulissen schaut, dann stellt man fest, dass…

  • … Griechenland argumentiert, das der Name Makedonien griechischen Ursprungs sei, und auch das historische Gebiet griechisch sein.
  • … Griechenland das kulturelle Erbe des historischen Makedonien beansprucht.
  • … Griechenland mögliche Gebietsansprüche auf seine Region Makedonien durch den aufstrebenden Staat Mazedonien befürchtet. Militärisch ist hier zwar nichts zu befürchten, aber durch Propaganda könnte sich auch der noch latent vorhandene Konflikt mit der Türkei wieder entfachen.
  • … Griechenland betont, nichts gegen den neuen Staat zu haben, diesen sehr begrüsse, aber mit der Verwendung des Namens, der eindeutig griechisch sei, nicht einverstanden wäre.
  • … Mazedonien klarstellt, dass die historische Region Makedonien nun mal auf dem Staatsgebiet Mazedoniens liege, und somit der Gebrauch des Namens gerechtfertigt sei.
  • … Mazedonien auch historisch gesehen die Ansprüche auf seiner Seite sieht, ist doch auch die Bezeichnung Makedonija seit dem 19. Jahrhundert für diese Region gebräuchlich.
  • … Mazedonien sehr klar davon Abstand nimmt, Ansprüche auf die griechische Region Makedonien erheben zu wollen.

Bisherige Lösungsansätze sind gescheitert, da eine Namensänderung des Staates Mazedonien in einen Namen, in denen mazedon- enthalten ist, für Griechenland inakzeptabel, während für Mazedonien nur diese akzeptabel sind.

Jetzt hat der mazedonische Ministerpräsident Griechenland aufgerufen, die in Mazedonien lebende griechische Minderheit als solche anzuerkennen. Es sollen einige zehntausend Flüchtlinge während des griechischen Bürgerkriegs (1946-1949) aus Nordgriechenland in das Gebiet des heutigen Mazedoniens geflohen sein.

Etwas dreist wird auch noch gefordert, dass Athen sich zur Anerkennung der mazedonischen Minderheit in Griechenland durchringen solle, und ihr Schulbildung in der eigenen Sprache und die Pflege ihrer Volkskultur erlauben und ermöglichen solle. Skopje sei bei der praktischen Durchführung gerne behilflich.

Griechenland drohe hingegen, man werde Ende des Jahres sein Veto auch gegen die Aufnahme von EU-Beitritts-Verhandlungen einlegen. Eine Drohung, die sicherlich ernst gemeint ist.

Es kann also noch spannend werden im Streit um den Namen Mazedonien…


9 Responses to “Streit um den Namen “Mazedonien””


  1. Makedonien war, ist und bleibt griechisch !!! Darüber gibt es nichts zu diskuttieren.

  2. christoph says:


    Als bekennender Griechenlandfan bin da voll auf deiner Seite. Aber andererseits verstehe ich auch Bedürfnisse des jungen Staates, der offensichtlich noch händeringend nach einer eigenständigen Identität ringt.

    Darum will ich ja mit diesem Beitrag eigentlich gar keine Diskussion eröffnen, sondern nur für typische Mitteleuropäer kurz die Standpunkte der beiden Staaten darlegen. In den Medien erscheint die Auseinandersetzung bei uns doch immer wieder, aber auch nur das kleinste bisschen Hintergrund fehlt de facto allen.


  3. Ich hab nix gegen diesen Staat! Absolut nichts. Freue mich sogar für diesen! Aber alles was recht ist, diesen Namen dürfen die und werde sie auch nicht bekommen. Griechenland unterstützt den Nato beitritt aber nur unter diesen Namen: Republik Skopje, Vardarska banovina, Vardarska Republika. Viele Grüße.

  4. christoph says:


    Angesichts des Theaters das Musik-, Film- und sonstige Industrie mit rechtlichem Schutz von Namen aufführen, kann ich dir nur voll zustimmen.


  5. ach nochwas, tolle seite! Mach weiter so. Werde deine Seite morgen genauer unter die Lupe nehmen, aber das was ich gesehen habe ist klasse!

    Viele Grüße

  6. christoph says:


    Danke :-)

  7. David says:


    HELLAS!

    Die GR. Regierung hat den dort lebenden Menschen geboten „FYROM Macedonien“ zu heißen. Lehnen sie ab. Dann nehmen die noch das Wappen der Makedonischen Armee dass seit Mega Alexander schon gehievt wurde…

    1. Als Politiker würde ich dem Land die griechische Sprache als Zweite Pflichtsprache für den Eintritt in der EU anbieten!
    2. Die Geschichtliche Argumentationen dass die jetzigen Gebiete die dort lebenden in Anspruch nehmen, bedeutet: NADA, gar nichts, τιποτα, statt die KULTUR die es pflegte und zu was brachte. Das waren GR. Makedonier ΜΑΚΕΔΩΝΕΣ, keine Slaven,Bulgaren oder Ungren.
    3. Gerne schmückt man sich mit fremden Federn, egal ob die Gebiete jetzt durch Kriege an sich genommen wurde, bleibt der Name Hellenistisch.
    4. Griechenland wurde genug ausgebeutet und musste seit den 14 Jahrhundert BLUTEN von: Perser, Barbaren, Osmanen, Mongolische Überbleibsel, Bulgaren, Slaven, Italiener, Nazis und Türken. Zu dem was GR jetzt übrig geblieben ist, ist Verrat von alliierten Kräften wie Frankreich und Italien. England wollte nicht mehr helfen… Blabluppp! Trotzdem sind wir Griechen geblieben und dafür pocht unser Herz stolz, zu sagen lieber FREI statt versklavt zu leben!!!

    Jetzt müssen wir GR zusehen wie Feta, Ouzo, Retsina, Metaxa und Makedonien in fremden Händen gehen soll? NEIN! OXI! Hier hört jetzt bei vielen der Spaß auf und das mit Recht. Es gibt sogar ernste Gespräche von GR Makedonischen Veteranen einen Krieg anzunehmen, NUR um zu symbolisieren, dass mit GR nicht einfach nur Meze und Ouzo gegessen werden kann.

    Ernsthaft, wir GR ducken uns schon zu lange freundlichst wegen vielen Dingen.
    GENUG!

  8. Matthias says:


    Hallo,

    ich war ein großer Griechenlandfan… Warum gibt es zwei verschiedene Teiel Mazedonien? Einmal im Norden und einmal im griechischen?

    • magicgr says:


      @Matthias
      Mazedonien war 1913 zwischen den Königreichen Serbien, Griechenland und Bulgarien aufgeteilt worden. Die Teilung wurde 1919 im Friedensvertrag von Neuilly-sur-Seine sanktioniert. Im Zweiten Weltkrieg besetzte das mit Nazi-Deutschland verbündete Bulgarien zeitweilig weitere Teile Mazedoniens. Unter Tito wurde der serbische Teil Mazedoniens eine eigene Teilrepublik Jugoslawiens und nach dessen Zerfall Anfang der 90er Jahre unabhängig.

      Alexander III., der Große, war ein makedonischer König. Er dehnte im 4. Jahrhundert vor Christus die Grenzen des Reiches, das sein Vater Philipp II. aus dem vormals eher unbedeutenden Kleinstaat Makedonien sowie mehreren griechische Stadtstaaten errichtet hatte

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