Jedes Jahr gegen Ende Mai beginnt die Wanderung der Thunfische. Sie kommen aus dem Atlantik durch die Strasse von Gibraltar ins Mittelmeer, um in den wärmeren Gewässern ihre Eier zu legen. Durch die wärmeren Temperaturen des Mittelmeeres haben die Jungen dadurch deutlich bessere Überlebenschancen. Zumindest war das in den letzten vielen Millionen Jahren so, und […]

Jedes Jahr gegen Ende Mai beginnt die Wanderung der Thunfische. Sie kommen aus dem Atlantik durch die Strasse von Gibraltar ins Mittelmeer, um in den wärmeren Gewässern ihre Eier zu legen. Durch die wärmeren Temperaturen des Mittelmeeres haben die Jungen dadurch deutlich bessere Überlebenschancen. Zumindest war das in den letzten vielen Millionen Jahren so, und es wurde von der Evolution so eingerichtet.

Jetzt ist alles anders, die Thunfische im Mittelmeer sind vom Aussterben bedroht. Und wer trägt Schuld an dieser Tragödie? Nein, nicht der Mensch. Es ist wohl der weltweite Sushi-Boom. Allein von den Jahren 2002 bis 2007 hat sich die Menge des im Mittelmeer gefangenen Thunfisches verdreifacht. Und das sind die offiziellen Zahlen, denn die tatsächlichen aber illegalen Fänge werden diese Verdreifachung wohl noch weiter in den Schatten stellen.

Durch diesen Sushi-Boom sind viele Händler bereit große Summen für frischen Thunfisch zu bezahlen. So zählen auch viele Japaner zu den Kunden der Fischer in Spanien und Frankreich. Die können in Japan so hohe Summen für Thunfisch bekommen, dass sie in Europa fast beliebig hohe Summen zahlen können, und trotz des Flugtransportes nach Japan immer noch gute Gewinne einzustreifen.

Diese Geschäftspraktiken haben unter anderem dazu geführt, dass zunächst die Dunkelziffer der illegal gefangenen und geschlachteten Thunfische, also der Fänge der nicht autorisierten Schiffe, drastisch in die Höhe gegangen sind. Der World Wildlife Found WWF und auch Greenpeace sind mit eigenen Schiffen und Helikoptern im Einsatz, um die Fangschiffe zu lokalisieren, und die Registrierungen überprüfen zu lassen.

Der WWF hat jetzt zudem ein Forschungsprojekt gestartet. Dabei werden Blauflossen-Thunfische markiert, um später ihre Wanderwege aufzeichnen zu können. Durch die Markierung werden die Fische weder verletzt, noch in ihrem Verhalten gestört.

Tatsächlich sind die Thunfische im Mittelmeer in den Bereich der gefährdeten Tierarten gedrängt worden, aber wir wissen eigentlich fast gar nichts über die schnellen Räuber. Dass die Thunfische gegen Ende Mai durch die Strasse von Gibraltar ins Mittelmeer schwimmen um zu laichen war schon bei den Römern altes Wissen. So gehörte getrocknetes Thunfischfleisch und getrockneter Thunfischroggen bei den römischen Legionen oft zur Grundausstattung, um die Versorgung mit Eiweiß sicherzustellen.

Aber erst die modernen Fangflotten, mit Satellitenunterstützung, Radar und Echolot haben es geschafft die Thunfische in Bedrängnis zu bringen. Da die Fangzahlen nicht mehr erhöht werden können, einfach weil nicht mehr genug Thunfische zu finden sind, sind die Fangflotten jetzt dazu übergegangen, die Thunfische nicht mehr einfach zu fangen und dann gleich zu schlachten.

Statt dessen werden die Tiere jetzt in Netzen gefangen, und dann lebend zu Fischfarmen gebracht. Dort werden sie gemästet, und dann um einige Kilo schwerer erst getötet und verkauft. Aber diese Mästung birgt viele Gefahren, nicht nuir für die gefangenen Thunfische, deren Weg auf den Grill oder ins Sushi ohnehin mit der Gefangennahme vorgezeichnet ist.

Um einen Thunfisch in Gefangenschaft um ein einzige Kilo schwerer zu machen, werden je nach Thunfischart und Alter des Tieres zwischen 15 und 25 Kilogramm frischer kleinerer Fische benötigt. Durch dieses Überangebot an Nahrung und die doch sehr enge Haltung in den Käfigen steigt natürlich auch die Infektionsgefahr. Diese weitere Überfischung um genügend Nahrung für die Thunfischmast zu beschaffen, und die erhöhten Konzentrationen an Krankheitserregern wird das Mittelmeer weiter geschädigt.

Der WWF hat jetzt zum Boykott des im Mittelmeer gefangen Thunfisches aufgerufen. Zumindest bis zum Ende des Forschungsprojektes in drei Jahren, bis also mehr über die Thunfische bekannt ist, und bis dann wissenschaftlich fundiert Maßnahmen zur Erhaltung gesunder Thunfischbestände im Mittelmeer getroffen werden können, sollen doch alle naturbewussten Menschen ihr Verantwortung der Natur gegenüber wahrnehmen.

Nähere Informationen zum vom WWF ausgerufenen Boykott gibt es hier in englischer Sprache.





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